Ein weisser Sticker mit den Worten «rentscout GmbH» klebt unterhalb von  Klingelknopf. Direkt an der Limmat liegt die grossräumige Wohnung des Ennetbadeners. Mit einem breiten Lächeln bittet er in seine Wohnung, die momentan auch sein Büro ist. Hier hat der 30-Jährige zusammen mit Reto Oschwald (29) aus Oftringen und Blerim Nrecaj (31) aus Birr das Miet- und Vermietportal www.rentscout.ch gegründet.

Alle drei sitzen in blauen Hemden und dunklen Anzugshosen am Tisch, vor ihnen steht ein Laptop. «Der Partnerlook war eigentlich gar nicht geplant», sagt Egloff und lacht. Die Firmenfarbe sei ja Grün, wie das Logo von «rentscout».

Kennen gelernt haben sich die drei Jungunternehmer während ihres Studiums in Wirtschaftsingenieurwesen an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg. «Die Idee für «rentscout» kam uns nach dem Abschluss», sagt Egloff.

Jungunternehmer Egloff: «Der Reiz ist, etwas aus eigener Kraft zu schaffen»

Jungunternehmer Egloff: «Der Reiz ist, etwas aus eigener Kraft zu schaffen»

Im Video-Interview erklärt Nicholas Egloff, was der Reiz ist, eine eigene Firma aufzuziehen.

Er selbst habe damals verzweifelt versucht, eine Firma zu finden, die alles für einen Umzug vermietet – ohne Erfolg. Ähnliche Probleme hatte Oschwald, als er auf der Suche nach einem Wohnmobil war, und Nrecaj, als er eine Hochzeit organisieren musste. «Da war für uns klar: Es braucht ein übersichtliches Miet- und Vermietportal für die Schweiz», sagt Egloff.

Über das Portal können Privatpersonen und Unternehmen alles mieten und vermieten – von Bohrmaschinen über Ferienhäuser bis hin zu Hebebühnen. Seit etwas mehr als einem Monat ist «rentscout» online, bereits wurden über 400'000 Inserate geschaltet. «Unser Ziel ist es, dass man jemanden auf der Strasse fragen kann, wo man etwas mietet, und jeder «rentscout» sagt.»

Ein Inserat, egal für was, kostet 2.90 pro Monat. Es gibt auch keine Werbung auf der Homepage. «Momentan fliessen alle Einnahmen direkt in die Weiterentwicklung der Firma», sagt Egloff. So arbeiten alle drei Gründer zusätzlich als Projektleiter in verschiedenen Firmen. Ansporn, neben der Arbeit eine eigene Firma zu betreiben, gibt den drei die Idee, etwas Eigenes zu schaffen. «Es ist eine Herausforderung, die wir meistern wollen.»

Zu Beginn sei es aber schwierig gewesen, so hatten sie noch keine Beziehungen, um Partnerschaften aufzubauen. «Ich glaube, man muss schon um die dreissig sein, um das Vertrauen und den Respekt potenzieller Kunden zu gewinnen», sagt Egloff. Sie hätten stets selbstbewusst und überzeugt auftreten müssen. «Wir haben unser Unternehmen immer mit viel Herzblut vorgestellt.» Dabei sei es wichtig, offen und kommunikativ aufzutreten. So konnten die drei Jungunternehmer Partner und Kunden überzeugen.

«rentscout» soll ein Zeichen gegen die heutige Wegwerfmentalität setzen. Mieten und Vermieten fördert die sogenannte Sharing-Economy: Um Ressourcen zu sparen, soll man teilen statt fortwerfen. So hat das Trio im April ein dreijähriges Coaching bei der Start-up-Förderung Genilem gewonnen. «Dabei werden wir von einer erfahrenen Person aus der Wirtschaft in der Weiterentwicklung unserer Firma unterstützt», so Egloff. Wer ihr persönlicher Coach wird, wissen die drei Jungunternehmer noch nicht.

Bis jetzt besteht «rentscout» nur aus den drei Gründern. Egloff ist Verkaufsleiter, Oschwald Marketingleiter und Nrecaj zuständig für Finanzen und IT-Bereich. «Wir werden sicherlich bald jemanden in der Welschschweiz benötigen», sagt Egloff. Auch seien sie auf der Suche nach richtigen Büroräumlichkeiten in der Region Baden. Bis es so weit ist, werden die drei Jungunternehmer aber weiterhin in Egloffs grosszügiger Wohnung an der Limmat arbeiten.