Baden/Muhen
Aargauer Museen liessen zum Thema Kreativität die Ideen sprudeln

Sonntag war der Tag der Museen, weltweit, und auch im Aargau. Es wurde ein Shuttlebus eingesetzt, der die Besucher zwischen Gontenschwil, Kölliken, Muhen und Schmiedrued zu den Museen fuhr. Das Müheler Strohdachhaus war die begehrteste Attraktion.

Ramona Patt und Sybille Egloff
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Kurt Zubler erklärt den Besuchern des Historischen Museums die Eigenschaften des Gottes Merkur
10 Bilder
Julian aus Mumpf setzt seine Idee mit Hilfe eines Baukastens im Schweizer Kindermuseum um
Kunstvermittlerin Rebekka Sieber vergleicht den faulenden Apfels von Ursula Palla mit dem Apfelstillleben von Cézanne daneben
Eine Installation eines explodierenden Blumenstrausses von Ursula Palla im Langmatt Museum
Ein Bildpanorama von Künstler Rolf Winnewisser
Eine Installation eines explodierenden Blumenstrausses von Ursula Palla im Langmatt Museum
Ausschnitt aus Rolf Winnewissers Wunderkammer im Kunstraum Baden
Die Schwestern Lilli und Ella aus Ennetbaden verwandelten sich im Historischen Museum in die Göttinnen Venus und Diana und Marilene aus Windisch wurde zum Meeresgott Mars (v
Internationaler Museumstag in Baden
Das Badener Scheusal Gorgo Medusa schütze vor dem bösen Blick und war im Historischen Museum zu bewundern

Kurt Zubler erklärt den Besuchern des Historischen Museums die Eigenschaften des Gottes Merkur

Sibylle Egloff

Musumstag im Aargau

Im Kanton Aargau nahmen 50 Museen am Internationalen Museumstag teil. Dabei wurden die Museen dazu angeregt, das Thema «Kreativität» in den Vordergrund zu stellen. So konnten die Besucher beispielsweise im Kunsthaus in Aarau Geschichten erfinden und im Atelier selbst umsetzen.

Auf dem Schloss Lenzburg gab es eine Führung durch die Ausstellung «Rittertum und Adel» und auf dem Schloss Wildegg war der Sonnenkönig Ludwig XIV. Thema. Das Caspar-Wolf-Kabinett, das Klostermuseum und das Museum zwischen Pflug und Korn in Muri befanden sich mit den Besuchern auf den Spuren der Eisheiligen.

Und in Rheinfelden konnten die Besucher des Fricktaler Museums in der Münzprägewerkstatt gar eine Münze von Rudolf von Rheinfelden prägen. Im Militärmuseum in Full-Reuenthal wurde das Zinnfiguren-Giessen demonstriert und im Vindonissa-Museum in Brugg musste das Rätsel der Sphinx gelöst werden. (az)

«Bis vor vier Jahren hatte der Bauer von nebenan den Heuboden noch als solchen benutzt», erklärte Hansrudolf Moser. Er verwaltet zusammen mit seiner Frau Anni Moser das Strohdachhaus seit dem Jahr 2000.

Zu jedem Stück eine Geschichte

In der neuen Ausstellung werden Gegenstände von früheren Zeiten gezeigt. Diese stammen vorwiegend aus dem Besitz von Privatpersonen aus Muhen. Einzelne Stücke seien auch von Moosleerau und Schöftland, sagte Moser. Zu jedem Ausstellungsstück weiss er eine Geschichte zu erzählen. «Diese antike Rechenmaschine ist mir per Zufall in die Hände gekommen», erklärte Moser den Besuchern. Als er bei einem Haus das Dach erneuerte, habe er sie entdeckt. Sogleich fragte er den Hausbesitzer, ob er sie haben könnte und nun stehe sie hier.

«Viele Müheler haben noch alte Sachen entdeckt, die sie uns vorbeibrachten», sagte Anni Moser. So sind neben dem letzten Strommast von Muhen auch Büromaterial, Seifen, Textilien und Wintersportutensilien in der Ausstellung zu sehen.

Kinder als Götter verkleidet

Auch das Historische Museum Baden, der Kunstraum Baden, das Museum Langmatt sowie das Schweizer Kindermuseum öffneten unter dem Motto «Ideen? Finde sie im Museum» gratis ihre Tore.

Das Historische Museum Baden widmete sich der Ideen-Vielfalt im Bäderquartier und präsentierte in der Ausstellung «Merkur & Co.» Kult und Religion im römischen Haus. Als besonderes Highlight galt die Götterschar des 1871 in Baden ausgegrabenen Heiligtums mit der bekannten reitenden Gorgo Medusa, dem Scheusal der Bäderstadt. Kinder konnten mit den Theaterpädagoginnen Daniela Brönnimann und Claudia Sandmeier von sandman production spielerisch Gottheiten kennenlernen und sich als Götter verkleiden.

Explosion eines Blumenstrausses

Im Kunstraum gastierte der Künstler Rolf Winnewisser mit der Ausstellung und seinem gleichnamigen Kürzel «WIWI.R 2013». In der Wunderkammer entdeckten die Besucher die Ideen-Welt des in Ennetbaden beheimateten Künstlers. Eigene Ideen umsetzen, konnten Kinder mit ihrer Familie im Kindermuseum. Baukästen aus unterschiedlichen Zeiten boten die Möglichkeit, fantasievolle Bauwerke aus Holz, Kunststoff oder Stein zusammenzusetzen und dabei etwas über deren Entwicklung zu erfahren.

Die Ausstellung «Die fünfte Jahreszeit» der Videokünstlerin Ursula Palla gab es im Museum Langmatt zu bewundern. Videos und Installationen zum Thema Natur und Technik verknüpfte sie mit den Örtlichkeiten der ehemaligen Villa der Industriellenfamilie Brown. So verblüffte sie mit Projektionen von Stillleben wie einem Blumenstrauss oder einem Apfel, die unerwartet explodierten oder verfaulten und auf diese Weise die Umkehrung der Schönheit darstellten.