Fislisbach

Aargauer Wasserspringerin Michelle Heimberg: «Eine Medaille wäre das Tüpfelchen auf dem i»

Im Juni sicherte sich Michelle Heimberg an den Junioren-Europameisterschaften in Helsinki vom 3-Meter-Brett die Silbermedaille.

Im Juni sicherte sich Michelle Heimberg an den Junioren-Europameisterschaften in Helsinki vom 3-Meter-Brett die Silbermedaille.

An den Junioren-Weltmeisterschaften in Kiew, die ab morgen beginnen, kämpft Wasserspringerin Michelle Heimberg um einen Finaleinzug. Die Chancen stehen gut: In der gleichen Wettkampfstätte schrieb sie vor einem Jahr Geschichte.

Wenn Michelle Heimberg morgen die Wettkampfstätte in Kiew betreten wird, kehrt sie zurück an den Ort, an dem sie vor einem Jahr Geschichte schrieb: Dank einer makellosen Leistung sprang die Fislisbacherin hinter der Ukrainerin Anna Pysmenska vom 3-Meter-Brett auf den zweiten Rang. Damit gewann Heimberg als erste Schweizerin – seit den ersten Titelkämpfen 1926 – an Elite-Europameisterschaften im Wasserspringen eine Medaille.

Nun tritt Michelle Heimberg wieder in Kiew an – diesmal für die Junioren-Weltmeisterschaften (JWM). «An den Sprungturm habe ich sehr schöne Erinnerungen», sagt die 18-Jährige und schmunzelt. «Ich freue mich auf die Titelkämpfe.» Sie ist die einzige Schweizer Athletin und startet vom 1-Meter- sowie vom 3-Meter-Brett. Für die JWM hat sie sich vorgenommen, die Qualifikation für die Olympischen Jugend-Sommerspiele in Buenos Aires im Oktober zu schaffen. «Da ich im nächsten Jahr aufgrund meines Alters nur noch bei der Elite starten werde, ist es meine letzte Chance, an einer Jugendolympiade teilzunehmen.» Eine Teilnahme wäre auch eine ideale Gelegenheit, um Erfahrung für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 zu sammeln – ihr grosses Ziel.

Bald auf Augenhöhe mit Weltelite

Will sich Michelle Heimberg für die Jugendolympiade in Argentinien qualifizieren, muss sie in Kiew in den Final springen. «Sollte es dabei auch für eine Medaille reichen, wäre das das Tüpfelchen auf dem i», sagt Heimberg. Nervös ist sie noch nicht. «Sobald ich den Sprungturm sehe, werden aber sicher Emotionen hochkommen.»

Einen Grund, hibbelig zu werden, hat Heimberg kaum: Anfang Juli hat sie sich an den Schweizer Meisterschaften in Genf vom 1-Meter- und vom 3-Meter-Brett den Titel gesichert. Zudem gewann sie Ende Juni an den Junioren-Europameisterschaften in Helsinki, wie auch im Jahr zuvor, die Silbermedaille vom 3-Meter-Brett. «Ich fühle mich gut und bin bereit», sagt Heimberg, die seit zwei Jahren in Genf trainiert.

Was das Programm betrifft, hat sie im Verlauf der letzten Monate die Schwierigkeit einzelner Sprünge erhöhen können. «Sobald die Sprünge auch im Wettkampf sitzen, befinde ich mich definitiv auf Augenhöhe mit der Weltelite», sagt Heimberg und fügt an: «Die schwierigeren Sprünge werde ich aber erst in der neuen Saison 2018/2019 zeigen.» Für die anstehenden Junioren-Weltmeisterschaften wird sie versuchen, mit ihren bewährten, aber möglichst sauber ausgeführten Sprüngen zu punkten.

Nach Kiew wird Heimberg nicht gross Zeit zum Verschnaufen haben: Bereits wenige Tage später wird sie ins Trainingslager nach Aberdeen fliegen, dann nach Edinburgh an die Elite-Europameisterschaften. Will sie versuchen, ihren Vize-Titel zu verteidigen? Michelle Heimberg winkt ab und sagt: «Ich habe mir vorgenommen, einfach meine beste Leistung abzurufen.» Würde sie sich zu stark unter Druck setzen, würde die Lockerheit fehlen, die sie letztes Jahr zum Gewinn der Silbermedaille beflügelt hat.

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