Baden

ABB-Abbau 1988: Tausende demonstrierten gegen die Entlassungen

Die Demonstration auf dem Bahnhofplatz am 16. April 1988 gegen die angekündigten Entlassungen bei der ABB.

Die Demonstration auf dem Bahnhofplatz am 16. April 1988 gegen die angekündigten Entlassungen bei der ABB.

Am 16. April 1988 demonstrierten 2000 Menschen gegen den von der ABB angekündigten Abbau von 2500 Stellen. Betroffene, Behörden und Politiker waren dabei.

«ABB-Arbeiter demonstrierten in Würde», schrieb damals das «Badener Tagblatt» im Lokalteil. Während der Wirtschaftsteil der Zeitung damals in erster Linie die wirtschaftlichen Gründe des Abbaus würdigte, begleitete der Lokalteil die Sicht der Betroffenen.

Die Manifestation war und blieb bis heute die grösste dieser Art in Baden. Sie war keineswegs chaotisch, sondern eine organisierte und geordnete Kundgebung, bei der nur der Ton kämpferisch war.

Der damalige Regierungsrat Arthur Schmid war mitten im Zug dabei, ebenso die Nationalräte Hans Zbinden und Silvio Bircher. Das Credo der Protestdemonstration, die friedlich und bei herrlichem Frühlingswetter über die Bühne ging, lautete: Industrielle «Elefantenhochzeiten» sollten in Zukunft in der Schweiz nicht mehr ohne Beteiligung der Sozialpartner über die Bühne gehen. Dies forderten Sekretäre des Gewerkschaftsbunds und des Smuv, der Vorsitzende der ABB-Betriebskommission, Harry Tenger, sowie die beteiligten Politiker unisono.

«Die Grosskundgebung gegen die Arbeitsplatzvernichtung», wie es damals in der Ankündigung hiess, startete mit zwei Demonstrationszügen als Sternmarsch: Einer vom Badener Martinsberg, der andere vom Wettinger Bahnhof her. Damit wurde auch die Betroffenheit in den Nachbargemeinden verdeutlicht, kamen doch die meisten ABB-Arbeiter aus den Nachbargemeinden, so auch aus Wettingen. Dabei waren auch von Abbau-Massnahmen Betroffene der Maag Zahnräder AG Zürich und der Neuenburger Maschinenfabrik Eduard Dubied SA.

Am unteren Bahnhofplatz vereinigten sich die beiden Züge zur Manifestation. Dort fielen bei den Rednern laut und deutlich Voten für Mitbestimmung, Arbeitszeitverkürzung statt Stellenabbau, und es wurde klargemacht, wer eigentlich am Debakel die Schuld trägt, nämlich das Missmanagement. Bei den 2000 Anwesenden hatte sich jedoch laut den damaligen Beobachtern eher «stilles Dulden der Konsequenzen des Regenerierungsprozesses, den die ABB zu durchlaufen hat», breitgemacht.

CARDS ALSTOM

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