Die sanierungsbedürftige reformierte Kirche in Turgi soll abgerissen und neu gebaut werden. Diesen Entscheid haben die Stimmberechtigten der Kirchgemeinde im Frühling 2013 getroffen. Doch ob die Abbruchbagger je auffahren werden, ist ungewiss. Denn das Abbruchgesuch, das die Verantwortlichen der Kirchgemeinde beim Gemeinderat eingereicht haben, ist noch nicht beantwortet worden.

Der Gemeinderat gab ein unabhängiges Gutachten in Auftrag, das klären soll, ob die Kirche unter Denkmalschutz gestellt werden muss. Diese unabhängige Expertise werde bis im Herbst erwartet, war diesen Sommer zu lesen.

Gemeindeammann Peter Heiniger erklärt nun: «Nach einer Besprechung mit den Verantwortlichen der reformierten Kirche im Juni wurde als erste Idee in Aussicht gestellt, dass die Expertise in vier bis sechs Monaten vorliegen wird. Wir rechnen jetzt damit, dass uns das Gutachten im Dezember vorliegen wird.» Erst danach werde der Gemeinderat entscheiden können, ob das Abbruchgesuch gutgeheissen wird und somit auch, ob die Kirche neu gebaut werden kann.

«Chancen liegen bei 90 Prozent»

Kirchenpflegepräsident Albert Lehmann erklärt auf Anfrage: «Verzögerungen gehören bei einem solchen Projekt zwar dazu, es sind nun neun Monate vergangen seit der Baueingabe, und das Projekt ist noch nicht öffentlich publiziert. Der Gemeinderat hätte jedoch mehr Mut beweisen und selber einen Entscheid treffen können.» Die Sachlage sei klar, ein Gutachten wäre nicht nötig.

«Es spricht nichts dagegen, die Kirche abreissen zu dürfen», ist Lehmann überzeugt. Er ist denn auch zuversichtlich, dass der Gemeinderat grünes Licht geben wird: «Die Chancen, dass wir den Neubau erstellen dürfen, schätze ich auf 90 Prozent ein.» Wie die Kirche aussehen wird, falls sie gebaut werden darf, steht fest. Im Januar ist das Siegerprojekt vorgestellt worden.