Foodtrucks und Getränkestände, so weit das Auge reicht: Auf dem Schmiedeplatz vor dem Kulturlokal Werkk fanden am vergangenen Wochenende zum vierten Mal die Streetfooddays in Baden statt.

Solche Events sind in der Stadt längst keine Seltenheit mehr, zumal auch das Trafo jedes Jahr Schauplatz von Streetfood-Festivals wird. Alles wie gehabt, könnte man meinen. Eines war trotzdem besonders: Die Schlitze der öffentlichen Stadt-Abfalleimer waren mit schwarzem Klebeband abgeklebt.

Das stiess einem Leserreporter, der sich bei "20 Minuten" gemeldet hat, sauer auf. Die vom Veranstalter bereitgestellten Abfallstationen hätten für all die Essensreste und Verpackungen nicht ausgereicht, ärgert er sich. Dadurch habe sich "viel Müll" angesammelt.

«Sieht die Stadt lieber, dass Müll auf der Strasse landet?»

Der Leser kritisiert das Abfallkonzept und nimmt die Stadt in die Pflicht: "Sieht sie es lieber, dass der Müll auf der Strasse landet? So wird doch Littering gefördert."

Das dementierte Patricia Itel, Betreiberin des städtischen Kulturlokals Werkk, gegenüber der Pendlerzeitung. Besucher hätten im Nachgang sogar die Sauberkeit des Festivals gelobt. Die Kübel habe ausserdem nicht die Stadt, sondern der Veranstalter selbst zugeklebt. Dies, weil die Behälter relativ klein und bei dem hohen Besucheraufkommen sehr schnell gefüllt seien. Schlüssel, um den Abfall zu leeren, gebe die Stadt nicht heraus.

Dass an den Streetfooddays Kübel abgeklebt werden, sei zudem nichts Neues, wie Patricia Itel auf Anfrage der AZ sagt. "Das hat der Veranstalter schon letztes Jahr gemacht." Nicht so bei den ersten beiden Durchführungen: Da waren die Abfallschlitze noch offen. Mit der Konsequenz, dass die Eimer mit Müll überquollen. "Für die Springer, die den Abfall entsorgen, war das sehr mühsam", so Itel. Das Abkleben sowie das Abfallkonzept des Veranstalters mit eigenen Kübeln, Recyclingbehältern und Abfallpresse habe sich bewährt.

Güseln müssen die Veranstalter selbst

So lässt sich festhalten: Der Güsel war auch an den vierten Streetfooddays kein Problem. Sie besuche viele Streetfood-Festivals in der Schweiz, erklärt Patricia Itel. Sie ist überzeugt: "Die Streetfooddays hier in Baden gehören zu den saubersten Festivals."

Hat daran auch der Badener Werkhof seinen Anteil? "Nicht direkt", sagt Itel. "Wir achten darauf, dass das Abfallsammeln nicht zulasten des Werkhofs geht." Dieser müsse während der Festivaltage im Normalfall nicht eingreifen und beschränke sich auf Routinetouren. Hinterlässt ein Mieter das Areal zu dreckig, kann er von der Stadt gebüsst werden. Das war laut Itel beim Werkk jedoch nie nötig.

Güseln, das machen bei Streetfood-Festivals also für einmal die anderen. Der Werkhof stellt auf Anfrage aber Container oder Festbänke zur Verfügung. Ein Angebot, das schon einige Organisatoren dankend angenommen hätten, so Itel.