Wettingen

Abgespeckte Kanti-Halle: «Weniger Platz für den Vereinssport»

Knapp fünf Millionen Franken günstiger kommt das Projekt «Dreifachhalle» nochmals vor den Grossen Rat. Simone Strub Larcher vom Bildungsdepartement sagt, wo abgespeckt wurde.

Die Baukosten wurden laut Botschaft an den Grossen Rat von 19,7 Mio. Franken auf 15,15 Mio. Franken gesenkt. Wo wurde abgespeckt?

Simone Strub Larcher: Es wurde auf einiges verzichtet: Auf zwei Garderobeneinheiten, die Infrastruktur für den Wettkampfsport (Schiedsrichterkabine und Regie), Aussengeräteraum und auf einen Kraftraum. Die Geräteraumflächen für den Vereinssport wurden reduziert, ebenso der Lehrerbereich. Die Zuschauergalerie hat man halbiert; das Lüftungs- und Brandschutzkonzept ist für maximal 200 Zuschauer ausgelegt. Es gibt keine Theoriezimmer. Das Eingangsgebäude Nord wurde gestrichen.

Wann wird der Grosse Rat entscheiden, wann soll die Halle stehen?

Geplant ist, dass der Grosse Rat im Frühling 2015 entscheidet. Die Inbetriebnahme ist im vierten Quartal 2017 vorgesehen.

Wieso blieb es beim Standort?

Es zeigte sich, dass aus schulorganisatorischen und betrieblichen Überlegungen eine neue Dreifachsporthalle sehr nahe an der bestehenden Schule liegen muss. Man suchte Standorte in Wettingen und in den Nachbargemeinden.

Das Tägi wäre bereits Sportstandort

Ein Hallenstandort im «Tägerhard» wurde verworfen. Eine Realisierung wäre fraglich, da die Gemeinde Wettingen dort eigene Bedürfnisse erfüllen will. So wurde auf der Klosterhalbinsel nach weiteren möglichen Standorten gesucht. Für ein derartiges Gebäudevolumen sind jedoch keine Baufelder von ausreichender Grösse vorhanden.

Bis auf das Spinnerei-Areal.

Dieses ist nicht im Eigentum des Kantons und steht nicht zur Disposition. Neben den Kosten für den Grundstückserwerb spricht wiederum die dezentrale Lösung gegen einen Standort «Spinnerei», der klar verworfen wurde.

Warum hielt man an diesem Standort auf dem Schulareal fest?

Aus denkmalpflegerischer Sicht kommt einzig eine unterirdische Sporthalle angrenzend an die bestehenden Sporthallen und Aussensportanlage im Nordosten des Areals infrage. So können sämtliche Aussensportanlagen nach Abschluss der Bauarbeiten wieder in Betrieb genommen werden. Zusätzlich wird eine betrieblich vorteilhafte Konzentration der Sportinfrastruktur ermöglicht, was zurzeit mit der Nutzung der externen Sporthalle Tägerhard und dem Gymnastiksaal im Westflügel nicht gegeben ist.

Die neue Halle hätte auch anders ins Gelände gelegt werden können.

Durch eine Machbarkeitsstudie im Jahr 2011 wurden verschiedene Layout-Dispositionen überprüft. Dabei hat sich eine Ergänzung mit einer Dreifachsporthalle in östlicher Richtung, angrenzend an den abgesenkten Beachvolleyballhof, als beste Variante erwiesen. Diese Disposition auf der Grossmatt bringt wesentliche Vorteile.

Welche wären diese?

Klare Trennung von und doch Anbindung an die bestehenden Sporthallen, minimale Eingriffe in die bauliche Infrastruktur der bestehenden Sportanlage, weil es ein eigenständiges Bauwerk ist. Mit dem nördlichen Fluchtwegausgang werden die Schülerströme auf dem Areal entflochten. Er ist direkt an die Bushaltestelle angebunden. Die Dreifachsporthalle kann so mit grösster Nutzungsflexibilität erstellt werden. Entlang des topografischen Niveausprunges zwischen den Rasensportplätzen kann ein Oberlicht oder ein Geländeeinschnitt die unterirdische Situation aufwerten.

Welches sind die Ansprüche der Denkmalpflege?

Die Klosteranlage Wettingen ist ein Denkmal von nationaler Bedeutung. Das Gelände ist nach, dem Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) mit dem höchsten Erhaltungsziel eingestuft. Es soll grundsätzlich unbebaut bleiben. Neubauten im Bereich der Grossmatt müssen daher unterirdisch, unter Beibehaltung des bestehenden Terrains realisiert werden. Für den Schulbetrieb benötigte Ergänzungsbauten gestalten sich daher sehr anspruchsvoll. Auch die Sicht auf die Klosteranlage darf nicht beeinträchtigt werden.

Was heisst das: Das Projekt lege den Fokus stärker als bisher auf die Nutzung im Schulbetrieb?

Es ist nicht auf den Wettkampfsport ausgelegt, hat weniger Zuschauerraum und weniger Platz für Vereinssport.

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