Es war die letzte unter der Führung von Präsident Richard Meyer und die letzte, an der Peter Beyeler die Grüsse des Regierungsrats überbrachte.

Es wird trotzdem für beide nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sie sich an diesem Anlass treffen: Meyer wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt, Beyeler erhielt als Abschiedsgeschenk das Gastrecht bei den Baumeistern auf Lebenszeit.

Zum neuen Präsidenten wurde Martin Kummer aus Schinznach-Dorf gewählt. Seine «Regierungserklärung» war kurz und bündig: Dass der Verband als moderne und lebendige Organisation wahrgenommen werde und dass man etwas mehr Einfluss auf die politischen Beschlüsse nehmen kann, das sei sein Ziel.

«Es geht uns gut»

Letzteres sei dringend nötig, meinte auch Werner Messmer, der Präsident des schweizerischen Dachverbands. Die Solidarhaftung für alle Subunternehmer bei Lohnverstössen nannte er als Beispiel für schlicht nicht praktikable Forderungen an die Branche.

Deshalb sei die Lobbyarbeit zu verstärken und wieder eine bessere Vertretung im eidgenössischen Parlament anzustreben. Positiver beurteilte Messmer die wirtschaftliche Situation.

«Wir dürfen sagen, es geht uns gut», blickte er auf die Umsatzentwicklung in den letzten Jahren zurück. Und es sei für das laufende und das nächste Jahr mit grösster Wahrscheinlichkeit auch kein massiver Einbruch zu befürchten.

Mehr Leistungswille verlangt

Die Gedanken von Richard Meyer kreisten in seiner letzten Präsidialadresse vor allem um das Bildungswesen. Dieses bereitet ihm etwas Kopfschmerzen.

Es sei ihm zwar bewusst, dass die Schule mit immer mehr Aufgaben belastet werde, und auch wenn Schulabgänger mit Defiziten in der einen oder anderen Disziplin die Lehre anfangen, sei das nicht unbedingt tragisch.

Zu beobachten sei hingegen in den Lehrbetrieben, dass Leistungsbereitschaft und Durchhaltewillen in der Schule zu wenig gefördert würden. In der Lehre sei das kaum mehr aufzuholen.

Meyer kritisiert ein «falsch verstandenes Integrations- und Chancengleichheitsdenken», dessen Leidtragende schliesslich die Jugendlichen selbst seien, die dann kaum mehr in der Lage seien, sich den wettbewerbsorientierten Anforderungen des Berufslebens zu stellen.

Neben dem scheidenden Präsidenten wurden an der Generalversammlung fünf weitere verdiente Verbandsmitglieder mit der Freimitgliedschaft geehrt: Robert Greub, Niklaus Sekinger, Jörg Stirnemann, Heinz Werthmüller und Richard Zuckschwerdt.

Für den krönenden Abschluss sorgte Gastreferent Hanspeter Latour mit den Einblicken in seine Arbeit als Fussballtrainer. Zum Erfolg brauche es natürlich Fleiss und Mut, aber auch Glück, so Latour. Und: «Führen hat sehr viel mit Vertrauen zu tun», gab er den Patrons als Ratschlag mit den Weg.