Baregg-Megastau
Abrasierte Leitplanke und ausgelaufener Tank – Polizei sucht jetzt Zeugen

Der Unfall ist schnell passiert, umso grösser waren die Folgen: 20 Kilometer Stau und das im Feierabendverkehr. Die Bergung des Sattelschleppers war knifflig und dauerte Stunden. Die Kantonspolizei sucht nun nach Zeugen

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Der Lastwagen durchschlug die Mittelleitplanke auf der A1 beim Baregg-Tunnel und blieb nach dem Unfall auf der Fahrbahn Richtung Zürich stehen.
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Hier laufen die Bergungsarbeiten.
Der Lastwagen durchschlug die Mittelleitplanke auf der A1 beim Baregg-Tunnel und blieb nach dem Unfall auf der Fahrbahn Richtung Zürich stehen.
Hier laufen die Bergungsarbeiten.
Leserbild von der Unfallstelle beim Baregg
So staut sich der Verkehr auf der A1 in Richtung Bern. (Webcam in Würenlos, Blickrichtung West, 16.31 Uhr)
So staut sich der Verkehr auf der A1 in Richtung Bern. (Webcam in Würenlos, Blickrichtung Ost, 16.30 Uhr)

Der Lastwagen durchschlug die Mittelleitplanke auf der A1 beim Baregg-Tunnel und blieb nach dem Unfall auf der Fahrbahn Richtung Zürich stehen.

Kapo AG

In Sekundenbruchteilen legte ein bulgarischer Lastwagenfahrer beim Bareggtunnel den Schweizer Strassenverkehr lahm. Kurz nach dem Tunnel Richtung Zürich hatte der 47-jährige Chauffeur am Donnerstagnachmittag gegen 16 Uhr die Beherrschung über sein Fahrzeug verloren, die Mittelleitplanke durchbrochen und war quer auf der A1 zum Stehen gekommen.

Zumindest in der Region Aargau und Zürich lief während Stunden nichts mehr. Fazit: Bis zu 20 Kilometer Megastau, bis zu drei Stunden Wartezeit. Wegen des einsetzenden Feierabendverkehrs wuchs der Stau in Fahrtrichtung Zürich rasch auf rund 17 Kilometer, in Richtung Bern gar auf rund 20 Kilometer an. Auch auf der A3 staute sich in der Folge der Verkehr.

Die Bergung des Sattelmotorfahrzeugs war schwierig und dauerte zweieinhalb Stunden. Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, sagt: «Der Lastwagen war mit der Leitplanke verkeilt, die Bremsen durch den Defekt blockiert.» Es brauchte einen Kran, um das Gefährt wegzuheben. Die beschädigten Leitplanken wurden entfernt und durch provisorische ersetzt.

Der Schaden wird nach ersten Schätzungen der Kantonspolizei auf mehrere zehntausend Franken geschätzt.

Ölsperre auf der Limmat

Weil beim Unfall-LkW der Tank beschädigt wurde und Diesel auf die Fahrbahn floss, setzte die Feuerwehr Baden grosse Mengen Ölbinder ein und die Feuerwehr Wettingen errichtete auf der nahen Limmat eine Ölsperre.

Herumfliegende Trümmer trafen zudem ein Auto, das im gleichen Augenblick auf der Gegenfahrbahn vorbeifuhr. Dessen Lenkerin kam mit dem Schrecken davon. Am Auto
entstand Sachschaden.

Die Polizei sucht Zeugen

Erst um 19 Uhr konnte die Autobahn wieder freigegeben werden, die Situation entspannte sich gegen 20 Uhr.

Warum, der Lastwagenfahrer die Beherrschung verloren hatte, ist noch nicht geklärt. Der 47-Jährige wurde nach ersten Angaben nicht schwer verletzt, wurde aber von der Ambulanz vorsorglich ins Kantonsspital Baden gebracht. Staatsanwaltschaft ordnete beim Fahrer eine Blut- und Urinuntersuchung an, die Polizei aberkannte ihm seinen ausländischen Führerausweis.

Zur Klärung der Unfallursache sucht die Mobile Einsatzpolizei in Schafisheim (Telefon 062 886 88 88) nun Augenzeugen des Unfalls.

Auf der A1 werden im Abschnitt Baregg–Gubrist 126'000 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Es ist die meistbefahrendste Strecke der Schweiz. (jk/edi)