Wettingen

Abschied mit Feuerwerk und Playmobil

In der Hauptübung «Feuerzauber» der Feuerwehr Wettingen, mussten die Einsatzkräfte eine brennende Gasleitung und einen Flüssigkeitenbrand löschen.

In der Hauptübung «Feuerzauber» der Feuerwehr Wettingen, mussten die Einsatzkräfte eine brennende Gasleitung und einen Flüssigkeitenbrand löschen.

Kommandant Paul Meier trat nach 27 Jahren bei der Feuerwehr mit einer spektakulären Hauptübung zurück.

Stolz stand Feuerwehr-Kommandant Paul Meier da und nahm das Defilee ab, das zu seinen Ehren auf der Zentralstrasse abgehalten wurde. Rund 600 Zuschauerinnen und Zuschauer, darunter viele Kinder, genossen die Darbietung von «The Pipes and Drums of Basel», den Marsch der 84 Mitglieder starken Feuerwehr Wettingen und verfolgten den Corso mit diversen Fahrzeugen. Es war Paul Meiers Abend, der nach 27 Jahren, davon fünf als Kommandant, auf Ende Jahr zurücktritt. Oliver Gross heisst sein Nachfolger.

«365 Tage und 24 Stunden im Jahr ist die Feuerwehr für ihre Sicherheit da», erklärte Gemeinderat und Ressortvorsteher Roland Kuster später den Gästen. Er attestierte Paul Meier, einen hervorragenden Job gemacht und für einen perfekten Ablauf der vorangegangenen Hauptübung «Feuerzauber» auf dem Rathausareal, gesorgt zu haben. Auf der Brandsimulationsanlage wurden eine brennende Gasleitung und ein Flüssigkeitenbrand gelöscht, spektakulär von Feuerwerk begleitet. Für 100 Kinder fanden frühzeitige Weihnachten statt, vom Rathausdach wurden mittels Hubretter Päckchen mit Playmobil-Feuerwehrautos geborgen.

Früher auf der Warteliste

«Ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind», wandte sich Paul Meier ans Publikum. Er zeigte sich bescheiden, trotz seiner vielfältigen und über die Gemeindegrenzen hinausgehenden Tätigkeit als Feuerwehrmann. «Ich bin schon ein wenig erleichtert, denn die letzten vier Wochen bestanden täglich aus Arbeiten für die Feuerwehr», sagte der Versicherungs- und Unternehmensberater. Paul Meier sieht die Kommandantenaufgabe insofern als Herausforderung, da die Feuerwehr das ganze Jahr über, während 24 Stunden einsatzbereit sein muss: «Im Milizsystem arbeitet man nicht täglich miteinander, deshalb bedarf es einer guten Jahresplanung und Führung.» Am Freitagabend wurden die beschenkten Mädchen und Buben aufgefordert, später der Feuerwehr beizutreten. Als sich Paul Meier im Jahr 1987 meldete, war die Warteliste mit Interessenten für den «heissen» Job gar zu lang. Erst 1989 konnte er eintreten.

Auch die Anforderungen hätten sich in den letzten 27 Jahren wesentlich verändert, besonders was Fahrzeuge, aber auch Vorschriften und Richtlinien betrifft: «Man muss aufpassen, dass Einsatzfähigkeit und Ausbildung immer oberste Priorität haben und die administrative Arbeit zweitrangig ist», sagte Paul Meier. Nach diversen Abschiedsfesten, die noch anstehen, freut sich Paul Meier auf die Zeit danach. «Die Feuerwehr war in den letzten drei Jahrzehnten ein intensives Hobby, sodass für anderes kaum Zeit blieb. Ich freue mich, auf meiner Dachgartenanlage Ruhe zu tanken. Ausserdem gibt es noch viele, schöne Orte auf dieser Welt, die ich mit meiner Frau bereisen möchte.»

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