Baden

Abschied von Badens Kommandant Toni Suter mit einer spektakulären Hauptübung

Im Rahmen einer aussergewöhnlichen Hauptübung nahm die Stützpunktfeuerwehr Baden am Freitagabend mitten in der Stadt Abschied von ihrem Kommandanten Toni Suter. Ab Januar 2014 übernimmt Florian Immer das Kommando der Stützpunktfeuerwehr.

Zusammen mit dem Kommandanten Toni Suter wurden im Rahmen der Hauptübung der Stützpunktfeuerwehr Baden auch Stadtrat Reto Schmid und der Leiter Öffentliche Sicherheit, Martin Zulauf, verabschiedet.

Als erstes Fahrzeug auf dem «Schadenplatz» traf nicht etwa das modernste, sondern das älteste Fahrzeug der Stützpunktfeuerwehr Baden, der Saurer 27, mit den drei Ehrengästen ein.

Bereits hatten sich zu diesem Zeitpunkt an der Bruggerstrasse vor dem Merkerareal zahlreiche Zuschauer versammelt, die in der Folge mit Interesse das von Vizekommandant Fabian Engel kommentierte Geschehen beobachteten.

Aus einem auf dem Dach liegenden Auto mussten Personen befreit werden, ausgelaufenes Öl wurde mit Ölbinder am Weiterfliessen gehindert, aus dem brennenden Haus gleich daneben wurden eingeschlossene Personen gerettet und gleichzeitig das «Brandobjekt» von der Drehleiter aus mit Wasser besprüht.

Am meisten Arbeit hatte zweifellos die Verkehrsgruppe, die den um 19 Uhr an einem Freitagabend noch ziemlich dichten Verkehr umleiten und sich dabei einige missmutige Kommentare anhören musste.

37 Jahre Feuerwehrdienst

Für Kommandant Toni Suter war es die letzte Hauptübung; er tritt Ende Jahr nach 37 Jahren aus der Feuerwehr aus. Mit 19 Jahren trat er 1977 der Feuerwehr Baden bei, wurde 1990 zum Offizier befördert und übernahm 2004 das Kommando der Stützpunktfeuerwehr.

«Ich begann mit 23 Jahren ein eigenes Geschäft, und die Feuerwehr war immer ein Ausgleich für mich», blickt Suter zurück.

In beiden Bereichen brauche es ein gutes Gespür für die Leute. «Einige muss man bremsen, andere muss man manchmal ein wenig anstossen», fasst er zusammen. Wichtig sei es, das Potenzial des Einzelnen zu erkennen und ihn dadurch an der richtigen Stelle einzusetzen.

Das geht unter die Haut

Auch wenn Baden selber in den 13 Jahren seiner Kommandantenzeit keine Grossbrände zu beklagen hatte, kam der Stützpunkt mehrmals bei Grossbränden in der Region zum Einsatz, etwa beim Brand der Vianco-Arena in Brunegg oder kürzlich beim Campus-Brand.

Die schlimmsten Einsätze seien die Strassenrettungen. «Das geht unter die Haut», sagt Suter. Meistens sei die Feuerwehr als erste am Unfallort. Solche Ereignisse prägen sich unauslöschlich ein, «und zwar nicht nur die Bilder, sondern auch die Gerüche».

Zum Verarbeiten habe jeder seine eigene Methode. Besonders schlimm sei es, wenn sich unter den Opfern Kinder oder Bekannte befinden. Mit Schaudern denkt er an den letzten Dezember zurück, als die Feuerwehr zuschauen musste, wie ein Mann trotz intensivem Löschen in seinem Auto verbrannte.

Seinen Rücktritt hat Toni Suter gut vorbereitet. «Es tut mir nicht weh, aufzuhören, obwohl ich stets viel Herzblut in die Feuerwehr investiert habe.» Es sei Zeit für einen Generationenwechsel, der nun mit dem neuen Kommandanten Florian Immer ab Januar 2014 vollzogen wird.

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