Fantoche
Abschluss-Studentin wurde vom Trickfilm-Virus gepackt

Die Schweizer Trickfilmerin Delia Hess zeigt am Fantoche ihren Abschlussfilm. Denn dieser Abschlussfilm ihres Studiums an der Hochschule Luzern wurde auch in den Internationalen Wettbewerb aufgenommen.

Corinne Rufli
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Delia Hess sitzt im Festivalzentrum von Fantoche – ihr Kurzfilm läuft im Internationalen Wettbewerb.

Delia Hess sitzt im Festivalzentrum von Fantoche – ihr Kurzfilm läuft im Internationalen Wettbewerb.

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Aus den Nebelwolken über Baden fallen sanfte Tropfen und benetzen auch die Brille von Delia Hess. Die junge Luzerner Trickfilmerin lässt sich dadurch ihre gute Stimmung nicht verderben. Sie ist Gast am Animationsfilmfestival Fantoche, wo sie ihren Kurzfilm «Frühzug» nicht nur im Schweizer Wettbewerb zeigen darf.

Ihr Film ist unter den Besten

Der Abschlussfilm ihres Studiums an der Hochschule Luzern wurde auch in den Internationalen Wettbewerb aufgenommen. Darauf ist die 30-Jährige stolz. «Das ist ein guter Start für meinen Abschlussfilm, der hier Premiere feiert. Es ist natürlich bereits eine Auszeichnung, dass er im Wettbewerb läuft,» sagt sie. Den Weg zum Animationsfilm fand Hess erst spät. Die frühere Primarlehrerin hatte schon immer den Wunsch, eine Zweitausbildung im gestalterischen Bereich zu absolvieren.

Eine Reihe von Zufällen und die Erfahrungen im Vorkurs führten dann zum Animationsfilm: «Entweder packt dich der Trickfilm-Virus oder dann eben nicht. Bei mir hat es funktioniert.» Seit sie sich für das Studium entschieden hat, besucht sie auch immer das Festival in Baden. Hess schätzt es, dass Kontakte zu anderen Filmemachern geknüpft werden können. Bei einem Schweizer Festival habe man die Möglichkeit, andere Filmemacher kennenzulernen und sich zu vernetzen. «Noch wichtiger ist aber, dass man sich sehr viele Filme anschaut», betont sie. Hess schwärmt von den faszinierenden und vielfältigen Möglichkeiten, die ihr der Trickfilm bietet: «Man kann eine Welt mit ganz eigenen Regeln erschaffen, Dinge können sich verwandeln, es ist alles möglich.»

Inspiriert vom Zug

Transformationen von einer Form in eine andere sind dann auch ein Hauptmotiv in «Frühzug». Während am Fenster einer Wohnung die Züge vorbei rattern und der Freund sich auf den Weg zur Arbeit macht, verkriecht sich eine Frau noch einmal unter die Decke. Sie lässt sich von den Geräuschen in eine fliessend verträumte Welt transportieren. Obschon sie nicht direkt neben einer Bahnlinie wohnt, hat Hess für den Film Eindrücke aus ihrem eigenen Leben verarbeitet: «Sehr viel beim Design ist von meiner Wohnung inspiriert, die Geräusche wurden zum Teil bei mir zu Hause aufgenommen. Es ist wie ein Stück aus meinem Alltag.»

Da der Kurzfilm sehr viel Persönliches enthält, freut sich Hess, wenn sie von anderen Personen hört, dass sie sich auch mit diesen morgendlichen Eindrücken identifizieren können. So sind dann auch die Rückmeldungen zu ihrem Film ein wichtiger Aspekt von Fantoche. Die sind ausschliesslich positiv ausgefallen.