Obersiggenthal

Achtung, fertig, gesundschwitzen – in der Wintersauna

Betriebsleiter Thomas vor dem Nichtschwimmerbecken: Darin werden sich die Gäste nach der Sauna abkühlen.

Betriebsleiter Thomas vor dem Nichtschwimmerbecken: Darin werden sich die Gäste nach der Sauna abkühlen.

Die Wintersauna mit dem grössten Tauchbecken der Schweiz öffnet bald ihre Türen - in Obersiggenthal. Eine spezialisierte Firma aus dem allgäuischen Ottobeuren wird am kommenden Montag das Material liefern.

Ist das grosse Zelt, das seit Wochen neben dem Obersiggenthaler Hallenbad steht, für ein Fest zu mieten? Nein, seine Bestimmung ist vielmehr vorübergehend als Lagerraum für Holz, weitere Materialien und Werkzeuge zu dienen. Denn in der Badi tut sich Grosses: Zwei Blockbohlenhäuser werden errichtet. «Im einen Haus unterhalb unserer sommerlichen Palmen-Terrasse wird eine finnische Sauna mit Vorraum eingerichtet. Das andere Haus, der Ruheraum, nennen wir poetisch ‹Haus am See›, weil es direkt neben das Nichtschwimmerbecken stehen wird», verrät Betriebsleiter Thomas Weber.

Eine spezialisierte Firma aus dem allgäuischen Ottobeuren wird am kommenden Montag das Material liefern. «Es sind vor allem zwölf Zentimeter dicke Blockbohlen, die mit Nut und Feder zusammengefügt werden. Dadurch brauchen die Häuser weder Dämmung, noch Isolation und Dampfsperre, was ein besonders gutes Raumklima schafft.»

Saunagäste haben Zugang ins Freie

Vor zwei Jahren hatte die alte Sauna im Badi-Untergeschoss, zum Leidwesen vieler treuer Gäste, den Geist aufgegeben. Eine Erneuerung war ins Auge gefasst worden, doch rasch hatte sich herausgestellt, dass die Kosten explodieren und jeden Budgetrahmen sprengen würden. Die Badmeister aber haben die Flinte nicht ins Korn geworfen: «Wir haben hart für unsere Wintersauna gekämpft. Wichtig war uns dabei, dass die Saunagäste endlich einen Zugang ins Freie, an die frische Luft bekommen», so Thomas Weber.

Er und seine drei Kollegen sind Feuer und Flamme für das Projekt. Bereits haben sie verschiedene Leitungen unter der Decke im Eingangsbereich hindurch ins Gebäude gezogen. Zwei Fachleute der Firma aus Ottobeuren werden den Aufbau der beiden Häuser leiten, «wir sind nur die Handlanger», lacht Weber. Zudem wird Badmeister Thomas Hänni als gelernter Bodenleger die Fliesen legen. Markus Schneider, seinerseits gelernter Sanitär, hat im Aussenbereich bereits rostfreie Wasserleitungen montiert. «Nicht zuletzt dank vieler Eigenleistungen können wir die Gesamtkosten mit gegen 200 000 Franken relativ tief halten.»

Auch bei Schnee und Frost

20 Leute finden in der Sauna, die mit einer Temperatur von 85 Grad betrieben wird, Platz. Darin wird Jörg Müller – wie Weber neben Bad- auch ausgebildeter Saunameister – regelmässig aromatische Saunaaufgüsse zelebrieren: Ein Heiss-Ritual, das bei passionierten Saunagängern wohl zum Besten gehört, was die schweisstreibende Freizeitbeschäftigung zu bieten hat, Handtuchwedeln inklusive.

Vor dem Saunahaus stehen Kalt- und Warmwasserdusche des Nichtschwimmerbeckens zur Verfügung. «Für den Saunabetrieb werden wir das Wasser darin künftig das ganze Jahr hindurch umwälzen, aber natürlich nicht heizen.» So können die Saunagäste sich nach dem gesunden Schwitzen im wohl grössten künstlichen Tauchbecken der Schweiz abkühlen. Wie kalt kühl ist, bestimmt das Wetter. Ob nach den 85 Grad Hitze durch Schnee gehüpft und in Eiswasser getaucht wird – «wir sind schon sehr gespannt, wie es bei allfälligem Permafrost laufen wird», schmunzelt Saunameister Weber.

Fenster mit Blick ins Grüne

Das «Haus am See», ebenfalls aus Blockbohlen gefertigt und mit einer Glasfront versehen, wird zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken errichtet. Darin auf einem Liegestuhl ruhend, öffnet das Panoramafenster den Blick ins Grüne und übers Siggenthal. Von den Innengarderoben gelangt man via Hallenbad in die Sauna. Die Aufenthaltszeit dort ist unbegrenzt, die Benutzung des Hallenbads im Preis – 18 Franken Einzeleintritt, 12er-Abo 180 Franken – inklusive. Frauen, die unter ihresgleichen saunieren wollen, merken sich einfach den Buchstaben D für Damensauna am Dienstag und Donnerstag.

An jedem anderen Tag ist die Sauna durchgehend für Männlein und Weiblein geöffnet – werktags von 9 bis 21 Uhr, sonntags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 23 Uhr: «Ja, jeweils am Samstag wird das Hallenbad für die Badegäste wie gewohnt um 18 Uhr geschlossen und steht danach den Wintersauna-Gästen zur Verfügung – textilfreies Baden ist also angesagt», schliesst Betriebsleiter Thomas Weber.

Tag der offenen Sauna-Tür: Sonntag, 22. November. www.schwimmbad-os.ch

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1