Plagiatsverdacht
Adrian Stern: «Einen Song zu stehlen, geht gegen meine Ehre»

Für die Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» komponierte Adrian Stern einen Song zum Thema «Mütter in Not». Der Song heisst «Mueter» und hat Ähnlichkeiten mit einem Lied der Band Cocoon. Am Donnerstag berichtete der «Tages-Anzeiger», «Mueter» stehe unter Plagiatsverdacht.

Interview: Michael Hugentobler
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Adrian Stern weist die Vorwürfe von sich. (Archiv)

Adrian Stern weist die Vorwürfe von sich. (Archiv)

Keystone

Adrian Stern, ist «Mueter» ein Plagiat?

Adrian Stern: Ich hatte nie beabsichtigt, das Lied von Cocoon zu kopieren. Aber ich kannte es und liess mich davon inspirieren. Mir gefiel die Ästhetik und die Art und Weise, wie die Gitarre gezupft wird. Aber damit hat es sich schon mit den Ähnlichkeiten und der Grossteil des Liedes ist völlig neu. Einen Song zu stehlen, geht gegen meine Ehre. Sich hingegen von einer Klangästhetik inspirieren zu lassen, ist meiner Ansicht nach zulässig.

Besonders am Anfang des Songs kann man Ähnlichkeiten mit Cocoon heraushören.

Es ist, wie wenn jemand einen Song mit Gitarre und Mundharmonika spielt: Man denkt in den ersten Sekunden sofort an Bob Dylan, auch wenn ein anderes Lied folgt. Für mich war klar, dass der Einfluss von Cocoon da war. Ich habe das auch nie versteckt.

Woher kam der Text?

Es ist eine Anlehnung an das Buch «Im Meer schwimmen Krokodile» von Fabio Geda. Es geht um eine Mutter, die ihren Sohn auf die Flucht schickt, und er schlägt sich alleine durch.

Verdienen Sie etwas mit dem Song?

Ich habe das Lied für die Spendenaktion von DRS 3 geschrieben und habe kein Geld dafür bekommen. Das Lied ist auch auf keiner CD erhältlich.

Wurden Sie in Baden schon auf die Plagiatsvorwürfe angesprochen?

Ein Bekannter hat reagiert. Er hat gesagt, dass er den Einfluss von Cocoon heraushören könne, dass das Lied aber klar im Stil von Adrian Stern ist.