Ab Oktober dürfen die Mieter der rund 250 Wohnungen der zwei Siedlungen Hardstrasse und Klosterbrühl in Wettingen ihre Grüngutabfälle wieder in einen Container werfen. Das blieb ihnen zwei Monate lang verwehrt – nahm die Verwaltung, die «Lägern Wohnen»-Genossenschaft, die Container doch ausser Betrieb.

Thomas Wyss, Leiter der technischen Bewirtschaftung der Genossenschaft: «Seit anderthalb Jahren finden wir regelmässig Abfälle im Grüngut, die nicht dorthin gehören.» Immer wieder seien Plastik und Büchsen, aber auch kompostierbare Abfälle, die noch in Verkaufsverpackungen steckten, in den Containern gefunden worden, schreibt die «LägerePoscht», die Hauszeitung der «Lägern Wohnen»-Genossenschaft. Das stelle die Betreiber der Kompostieranlagen vor schier unlösbare Probleme, weil Plastik und Metall erst vom Grünzeug getrennt werden müssen, bevor es weiterverarbeitet werden kann. So blieb laut Wyss nur noch diese eine Massnahme: Die Container für eine gewisse Zeit gleich ganz aus dem Verkehr zu ziehen.

Finanzielle Einbussen

«Wir möchten diese Dienstleistung grundsätzlich gerne zur Verfügung stellen, es ist ja eine gute Sache —  aber der Aufwand wurde einfach zu gross», so Wyss weiter. Der Genossenschaft entstehe auch ein finanzieller Extra-Aufwand; und am Ende würden diejenigen Mieter leiden, die sich nichts zuschulden haben kommen lassen.

Auf den unpopulären Entscheid reagierten einige der Mieter empört: «Sie mussten nun für zwei Monate eine eigene Lösung finden.» Schon bald stellt die Genossenschaft die Container wieder zur Verfügung — aber nicht einfach so: «Wir werden Schlösser daran befestigen», erklärt Wyss.

Mit dem Hausschlüssel zum Kompost

Von nun an müssen die Mieter ihren Hausschlüssel immer mit dabei haben, wenn sie ihr Grüngut leeren: «So finden wir auch heraus, ob es – wie einige der Bewohner behaupten – wirklich fremde Personen sind, die falsche Abfälle in die Grüngutcontainer werfen.» Er habe aber eher den Verdacht, dass es mehrheitlich die Mieter der Genossenschaftswohnungen seien. Mit den Schlössern wird sich zeigen, ob seine Vermutung stimmt: «Wer es genau ist oder ob es zum Beispiel immer die gleichen Personen sind, das können wir nicht herausfinden.»

Das Problem mit der falschen Abfalltrennung gäbe es aber nicht nur in der Grünabfuhr. «Die unkorrekte Abfallentsorgung ist ein generelles Problem», so Wyss. Die Mieter besser aufzuklären, das hätten sie schon versucht, aber: «Bisher hat nichts gefruchtet», ist Wyss konsterniert. «Wir haben bereits mehrmals mit Aushängen in den Treppenhäusern auf die Problematik aufmerksam gemacht, aber leider erfolglos.» Auch andere Verwaltungen seien mit demselben Problem konfrontiert. Mit dem vorübergehenden Einstellen der Dienstleistung hat «Lägern Wohnen» einen neuen Weg eingeschlagen — in der Hoffnung, die Situation zu verbessern.

Entsorgungs-Abc zur Aufklärung

Wie die verschiedenen Verwaltungen mit dem Grüngutproblem umgehen, liegt nicht in der Kompetenz des Werkhofs Wettingen, sagt dessen stellvertretender Leiter Michael Voser. Aber: «Auch wir leeren teilweise Container gar nicht, weil Plastik drin ist.» Das sei aber kein Quartierproblem, sondern auf vereinzelte Häuser und wechselnde Mieter zurückzuführen. Vieles habe mit Unwissen zu tun: «Da meinen einige zum Beispiel, sie könnten ein ‹Fünfrappen-Säckli› ins Grüngut werfen, weil ‹Recycling› draufsteht. Das können wir aber nicht wiederverwerten.»

Um den Menschen die Abfalltrennung einfacher zu machen, gäbe es den jährlich erscheinenden Abfallkalender. Zudem sei auf der Website von Wettingen ein ausführliches Entsorgungs-Abc für die korrekte Abfallentsorgung zu finden.