Das Badener Bäderquartier ist zurzeit kaum wiederzuerkennen. Im Frühjahr haben die Bagger das alte Parkhaus unter dem Mättelipark abgerissen, jetzt laufen die Arbeiten für den Neubau des Thermalbades und die Sanierung des Verenahof-Gevierts. Die Vorfreude auf die Eröffnung der Klinik und des lange ersehnten neuen Bades ist gross.

Doch der Neubau bringt auch Unangenehmes mit sich: Das Quartier ist zwar von der Stadt her noch über die Bäderstrasse zugänglich, wegen der Baustellen ist es aber sonst weitgehend von der Umgebung abgeschnitten. Wer etwa vom Kappelerhof her der Limmat entlang spaziert, läuft spätestens im Hinterhofwald in eine Sackgasse. Auch beim Promenadenlift steht eine grosse Tafel mit Fussgänger- und Veloverbot. Darauf heisst es: «Limmatuferweg ab Bäderquartier gesperrt.» Wer über die Neubaupläne nicht Bescheid weiss, ist hier schnell einmal verwirrt. So mancher Badener ärgert sich darüber.

«Ohne Erklärung und lieblos»

Einwohnerrätin Sarah Wiederkehr (CVP) hat deshalb eine Anfrage an den Badener Stadtrat gestellt. Der Limmatraum sei ein beliebter Erholungsraum und werde von verschiedensten Personengruppen stark genutzt. Wegen der Bauarbeiten für das neue Thermalbad werde aber nicht nur die eigentliche Baustelle, sondern auch der ganze Mätteliweg abgesperrt beziehungsweise zur Sackgasse. Die Signalisation mit Verbotsschildern sei ohne Erklärung und völlig lieblos. Auch werde kein Umgehungspfad vom Mätteliweg zur Parkstrasse signalisiert.

Die Parkstrasse ist eine weitere Sackgasse: Unterhalb des Hotels Du Parc gibt es für Fussgänger, Autos und Velos kein Durchkommen mehr ins Bäderquartier. Man muss den Umweg über die Römerstrasse oder eben die Bäderstrasse nehmen. Die Anfrage wird voraussichtlich in der Einwohnerratssitzung Ende August thematisiert.

Sarah Wiederkehr sagt auf Nachfrage, es sei eine verpasste Chance, den Einwohnern und Besuchern zu zeigen, was im Bäderquartier läuft: «Am Schulhausplatz hat es während der langen Baustellenzeit Gucklöcher und Informationstafeln für Neugierige gegeben. Das würde sich hier doch auch anbieten.» Bisher seien die Absperrungen nicht sehr besucherfreundlich. «Das finde ich schade, die Thermalbad-Baustelle ist doch eine positive Sache», sagt Wiederkehr. In ihrer Anfrage an den Stadtrat schreibt sie: «Es scheint, als ob der Bauherrschaft des Thermalbades die Nutzerinnen und Nutzer des Limmatraumes ziemlich egal sind.»

Dem widerspricht Marc Bertschinger, Kommunikationsleiter der Bauherrin, der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden: «Das ist keineswegs der Fall.» Nach den Sommerferien werde die Öffentlichkeit erneut informiert, wie die weiteren Abläufe auf der Thermalbad-Baustelle geplant sind. «Wir sind dazu in engem Austausch mit dem Generalunternehmer», sagt Bertschinger. Wie die Informationsangebote vor Ort im Detail aussehen werden, könne man jetzt noch nicht sagen. Am 24. September werde die Bauherrschaft zusammen mit der Stadt Baden zudem die Anwohner mit einer Infoveranstaltung über die nächsten Schritte aufklären. Die Anwohner werden noch persönlich dazu eingeladen.

Immerhin: Im Inhalatorium neben dem Hotel Limmathof werden Einheimische und Gäste seit Mai und noch während der gesamten Bauphase über die Bauarbeiten und Zukunftspläne informiert. Das Bäder-Infocenter ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.