Baldegg-Schwinget

Ärger um Wiese: Schwinger kritisieren «Baldegg»-Wirte – diese kontern

So illustriert unser Karikaturist Silvan Wegmann den Zwist zwischen den Schwingern und den «Baldegg»-Wirten.

So illustriert unser Karikaturist Silvan Wegmann den Zwist zwischen den Schwingern und den «Baldegg»-Wirten.

Seit 100 Jahren wird auf dem Badener Hausberg geschwungen. Seit drei Jahren aber nicht mehr auf der Wiese, welche die Schwinger bevorzugten.

Kommenden Pfingstmontag steht zum ersten Mal seit drei Jahren wieder das Baldegg-Schwinget an. Dieser traditionsreiche Anlass fand 1918 zum ersten Mal statt und wird seither alle zwei bis drei Jahre durchgeführt. Auch OK-Präsident Nik Rymann freut sich zwar auf das Schwingfest.

Aber in seine Vorfreude mischt sich Ärger. Ärger über die «Baldegg»-Wirte: «Wie schon 2016 führen wir auch dieses Jahr das Schwinget nicht auf der Wiese oben, gleich neben dem Restaurant Baldegg durch, obwohl sich dieser Standort während Jahren als ideal erwiesen hat.» Stattdessen werde man auch heuer das Baldegg-Schwinget etwas weiter unten beim Hof seines Bruders durchführen.

Doch wie kam es zu dieser «Züglete»? «Nach dem vorletzten Schwinget 2013 kamen die ‹Baldegg›-Wirte auf mich zu und äusserten ihre Unzufriedenheit», so Rymann. So würden die Schwingfans unter anderem viele Parkplätze in Beschlag nehmen und beim Betreten des Restaurants viel Sägemehl in das Lokal bringen. «Vor drei Jahren dann verlangten sie auch noch pauschal 250 Franken für den Strom, da entschied sich das OK, dass wir das nicht mehr mitmachen», blickt Rymann zurück.

Weil die Wiese neben dem Restaurant aber nicht im Besitz der Ortsbürger ist, also nicht zum beliebten Ausflugsrestaurant gehört, hätten die Schwinger den Anlass auch ohne Einwilligung der «Baldegg»-Wirte dort durchführen können. «Doch ohne Infrastruktur und sanitäre Anlagen hat es einfach keinen Sinn mehr gemacht», sagt Rymann.

Auf Wunsch eines Ehrenmitglieds habe man für dieses Jahr ins Auge gefasst, das Schwinget wieder ob auf der Wiese durchzuführen. «Doch leider zeigten sich die Wirte auch heuer nicht kooperativ, weshalb wir schweren Herzens entschieden, den Anlass auch dieses Jahr beim Hof meines vor sieben Jahren verstorbenen Bruders durchzuführen. «Ganz ehrlich: Ich verstehe die Wirtsleute nicht. Das Restaurant profitiert ja auch von den vielen Schwingfest-Gästen», enerviert sich Rymann.

Wirt: «Sie konsumierten nichts»

Seit fünf Jahren wirtet das Ehepaar Monique und Bernd Schendel auf der «Baldegg». Wieso können die Schwinger ihren beliebten Anlass nicht wie in früheren Jahren auf der angrenzenden Wiese durchführen? «Das Problem begann beim vorletzten Schwinget im Jahr 2014, weil die Veranstalter es versäumten, für die nötige sanitäre Einrichtung zu sorgen», kontert Bernd Schendel.

Das habe zur Folge gehabt, dass Hunderte von Schwingfest-Besucher die Toilette des Restaurants benutzten und dabei haufenweise Dreck und Sägemehl in die «Baldegg» brachten. «Es war auch nicht so, dass diese Gäste wenigstens etwas bei uns konsumiert hätten. Vielmehr war der Veranstalter mit einem eigenen Catering vor Ort», so Schendel.

Ja, es stimme, dass man von den Veranstaltern dieses Jahr einen kleinen «Obolus» für Strom und Wasser verlangt habe. «Dies tun wir übrigens auch mit bestem gegenseitigen Einvernehmen beim Radquer-Event Süpercross, der jeweils im Herbst stattfindet», erklärt der Wirt. «Wir wären sehr gerne Teil dieser traditionsreichen und schönen Schweizer Sportveranstaltung. Aber hierfür müssten die Schwinger auch einen Schritt auf uns zu machen – es ist ein Geben und Nehmen», so Schendel.

Keine Kenntnisse von den Dissonanzen zwischen den Schwingern und den «Baldegg»-Wirten hatte bisher Markus Schneider, Stadtammann und zugleich Präsident der Badener Ortsbürger. «Dies höre ich jetzt zum ersten Mal. Ich werde aber selber am Schwingfest dabei sein, mich informieren lassen und im Hinblick auf eine nächste Durchführung schauen, was wir machen können.»

Er habe zwar vor einiger Zeit in anderer Gelegenheit Kontakt gehabt mit den Schwingern. «Doch damals hatte ich den Eindruck, dass ihnen der neue Platz eigentlich recht gelegen kam», sagt Markus Schneider.

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