Kinder spähen mit grossen Augen in die Obere Halde, Mütter mit Kinderwagen stehen am Seitenrand und Velofahrer steigen ab ihren Zweirädern und warten ungeduldig auf die Weiterfahrt.

In den vergangenen drei Tagen sah man an der Kreuzung zwischen der Oberen und Unteren Halde viele neugierige und verärgerte Passanten, die aufgrund der Dreharbeiten des Papa Moll-Films einen Umweg machen mussten. Die Strasse wurde vom Filmteam von «Zodiac Pictures» hermetisch abgeriegelt. «Kein Durchkommen und keine Fotos» sagten junge Männer der Filmcrew zu Kindern und Passanten.

Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden Ende Juli über die drei Drehtage mit einem Brief informiert, welcher der «az» vorliegt. «Zodiac Pictures» schrieb, dass beim Betreten und Verlassen der Häuser je nach Kamerablickwinkel Wartezeiten von zwei bis drei Minuten entstehen können. Ausserdem werde ein Teil der öffentlichen Parkplätze im Bereich «Im Graben» für Crewfahrzeuge reserviert sein.

«Die Verkehrssituation in Baden ist ohnehin schon schlimm genug.»

«Die Situation war schon etwas ungewohnt», sagt eine Anwohnerin, die an der Oberen Halde wohnt. «Mit einem Kinderwagen war der Umweg mühsam, aber ansonsten war die Stimmung zwischen dem Filmteam und den Bewohnern gut.»

Ein anderer Anwohner erlebte das Wochenende anders: «Die Verkehrssituation in Baden ist ohnehin schon schlimm genug. Am Sonntag war die Strasse auch noch um 19 Uhr gesperrt. Der Umgangston der Filmcrew war nicht gerade positiv – zum Glück kehrt bald wieder der Alltag ein.»

Auch die umliegenden Geschäfte und Boutiquen wurden im Juli angeschrieben und gebeten, ihre Schaufenster nach den Wünschen des Drehteams zu dekorieren. So wurde der Halde Coiffeur beispielsweise zu einem Früchteladen umdekoriert.

Verputz löste sich von der Decke

Auch das Restaurant Rebstock musste Abstriche in Kauf nehmen und die Bar vor dem Geschäft abbauen. Inhaber Markus Widmer hat dies aber gerne getan, wie er betont: «Die Dreharbeiten haben Leben in die Obere Halde gebracht. Ein solcher Event findet ja auch nicht jedes Wochenende statt.» Für seine Umtriebe habe er einen kleinen Betrag erhalten.

Heute kehrt langsam wieder der Alltag ein. Am Morgen ist das Filmteam noch mit Abräumarbeiten beschäftigt. Derweil wird im Gottfried Keller in Bad Zurzach bereits weiter gedreht. Auch dort wirbelt der Dreh gehörig Staub auf: Ein Teil des Verputzes löste sich von der Decke. Bauverwalter Roland Kaufmann bestätigt den Vorfall, sagt aber: «Die Dreharbeiten sollten von diesem Zwischenfall nicht tangiert werden.»