Spreitenbach
Aktiensteuern sind eine Wohltat: Spreitenbach schliesst mit Gewinn ab

Die Gemeinde Spreitenbach kann dank prosperierenden Unternehmen eine gute Rechnung präsentieren. Die Gemeinde schliesst mit einem gewinn von 3,9 Millionen Franken ab.

Dieter Minder
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«Einmal mehr zeigt ein Vergleich von Rechnung und Budget, dass wir die von der Gemeinde beeinflussbaren Kosten im Griff haben», kommentiert Vizeammann Stefan Nipp die Rechnung 2012.

Dass sie trotzdem mit einem Gewinn von 3,9 Millionen Franken abschliesst, verdankt die Gemeinde zu einem grossen Teil den Aktiensteuern und den geringeren Abschreibungen. Die Aktiensteuern liegen mit 6,68 Millionen rund 2,38 Millionen über dem Budget.

Sie zeigen, dass die zahlreichen Unternehmen in der Gemeinde sehr gut gearbeitet haben. Zugleich warnt Nipp: «Die bis jetzt vorliegenden Unternehmenszahlen lassen darauf schliessen, dass 2013 nicht mehr so gut wird.»

Mit Johnson und Johnson haben sowohl Spreitenbach wie der Kanton einen guten Steuerzahler verloren. Der amerikanische Konzern hat seinen langjährigen Standort in Spreitenbach in den Kanton Zug verlegt. Nipp weist noch auf einen weiteren Punkt hin: «Die vor etwa drei Jahren beschlossenen Steuergesetzrevisionen für Unternehmen wirken sich jetzt aus.»

Einwohner zahlten 17 Millionen

Die Einkommens- und Vermögenssteuern übertrafen mit 16 Millionen Franken das Budget um 273 000 Franken. Der Betrag dürfte weitgehend auf gestiegene Einkommen zurückzuführen sein. Denn stark gewachsen ist die Bevölkerung im vergangenen Jahr nicht. Ähnlich gering ist die Abweichung bei den Quellensteuern. Hier wurde der budgetierte Betrag von 905 000 Franken um 55 540 Franken übertroffen. Auf einen Einnahmenposten muss Spreitenbach in diesem Jahr verzichten, rund 1,2 Millionen Franken aus dem kantonalen Finanzausgleich entfallen.

Sozialkosten verdoppelt

Mit einem Aufwand von 6,2 Millionen Franken (siehe Grafik) liegen die Ausgaben für Soziale Wohlfahrt um 1 Million über dem Budget. Im Wesentlichen ist dies auf die Zunahme der Nettoaufwendungen bei der Sozialhilfe, von 1 auf 2 Millionen Franken, zurückzuführen. Dies widerspiegelt die Bevölkerungsstruktur in Spreitenbach, welche sich auch auf die Steuerkraft auswirkt. Diese liegt bei 1970 Franken pro Kopf und damit deutlich unter dem Bezirksdurchschnitt von 2970 Franken.

2012 wurde wenig investiert

Wie in allen anderen Gemeinden steht auch das Finanzwesen von Spreitenbach vor einer Neuerung. Von 2014 an gilt das Harmonisierte Rechnungsmodell 2 (HRM 2). Deshalb wurde nur noch das gesetzliche Minimum abgeschrieben, in Spreitenbach 176 300 Franken.

Der restliche Teil des Gewinns von 3,9 Millionen Franken wurde ins Eigenkapital verbucht. Dieses stieg damit auf 17,8 Millionen Franken an. Nipp betont, dass der Ertragsüberschuss für Spreitenbach sehr wichtig ist.

«Wir brauchen das Geld für Investitionen.» Diese waren im vergangenen Jahr sehr gering. Statt der budgetierten 2,2 Millionen Franken waren es nur 1,2 Millionen Franken. Dies wird sich aber stark ändern. «Im Herbst werden wir der Gemeindeversammlung den Baukredit für das Schulhaus Hasel unterbreiten», sagt Nipp. Das bestehende Schulhaus soll bis auf die Grundmauern erneuert werden und dazu kommt ein Neubau. Momentan läuft die Submission für den Generalunternehmer.

Auch dank der geringen Investitionen musste die Gemeinde kein Geld aufnehmen. Die langfristigen Schulden blieben bei 13 Millionen Franken. Angesichts der tiefen Zinsen mussten dafür nicht die budgetierten 450 000 Franken, sondern nur 387 474 Franken für Schuldzinsen aufgewendet werden. Die Eigenwirtschaftsbetriebe Wasser, Abwasser und Elektrizitätsversorgung (EVS) schliessen besser als budgetiert ab.

Gemeindeversammlung: 25. Juni, Turnhalle Boostock.

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