Die Ruhe vor dem Sturm geniessen. Nichts anderes wünschen sich die beiden Männer, die es sich in einem Hinterhof in Aarau auf dem Betonboden bequem gemacht haben. Dabei hoffen die beiden vorwiegend auf den Sturm.

Nämlich auf einen Ansturm, wenn ihre Badener Band Al Pride das zweite Album heute veröffentlicht und es im KiFF in Aarau tauft.

Erstes Album sorgte für Furore

Die Band durfte vor eineinhalb Jahren mit ihrem Debüt-Album «Hello Blue Light» grossen Erfolg feiern. 2012 stand die Band am Festival Zermatt Unplugged, am Gurten-Festival und am Argovia-Fest auf der Bühne.

«Wir waren uns erst nach dem Erfolg des ersten Albums sicher, dass wir das ganze professionell betreiben wollen», sagt Nico Schulthess, einer der beiden Musiker, die die Probepause neben dem KiFF geniessen. Schulthess, Sänger und Gitarrist der Band, brach sein Studium zum Lehrer ab, um sich vollständig der Musik zu widmen.

Neben ihm sitzt Nici Struchen, Schlagzeuger der Band: «Wir sind als Band gewachsen und reifer geworden. Wir haben uns gefunden und das Ergebnis ist ‹Another Color›», kommentiert Struchen das zweite Album.

Das erste Album textete Schulthess alleine. Beim neuen Album gaben die Bandmitglieder kritische Rückmeldungen, machten Korrekturen oder schrieben sogar die Texte selbst wie Astrid Füllemann, Sängerin der Band, bei dem Song «Another Sun».

Die Band besteht aus acht Mitgliedern, von denen aber mit Lukas Schlumpf am Bass und Luk Schulthess (Allrounder) nur fünf auf der Bühne stehen. «Wir sehen unsere Tätigkeit als Kunst, die nicht nur akustisch, sondern auch visuell wirkt», erklärt Struchen.

Für das Kreative ist Jonas Bürgi verantwortlich. Er gestaltet die Covers der Alben, Ariane Heinz unterliegt das Management und Pascal Küng sorgt für die Fotos. Sie drei sind eben auch Teil der Band.

Bis jetzt eine Non-Profit-Band

Auch im musikalischen Bereich will die Band ihren Horizont erweitern. So darf sich das Publikum heute Abend auf die Unterstützung von vier professionellen Bläsern und den Gastauftritt von James Gruntz freuen.

«Sie alle bringen sich auf ihre Weise ein und ergänzen unsere Show», schwärmt Schulthess. In finanzieller Hinsicht sei ihre Karriere bis jetzt eine Nullrunde. «Die Band kann gerade mal ihre Produktionskosten decken, obwohl sämtliche Gagen niemals an die einzelnen Mitglieder ausbezahlt, sondern wieder in die Band investiert werden», erklärt der Sänger weiter.

Ob dieser märchenhafte Aufstieg mit dem zweiten Album fortgesetzt werden kann, wird sich zeigen. Für die Zukunft will sich die Band nicht hochgesteckte Ziele setzen, sondern Schritt für Schritt gehen. Aber diese selbstverständlich immer nach oben.