Baden

Aldi fährt im Bahnhof über Lidl ein – im langjährigen Lokal der Hauptpost

Der Detailhändler übernimmt das Ladenlokal, in dem sich jahrelang die Badener Hauptpost befand – die Konkurrenz schreckt ihn nicht ab.

Noch Mitte August bestätigte der Aldi Suisse dieser Zeitung, dass er grosses Potenzial im Zentrum von Baden und Brugg sieht. In Baden hat der Detailhändler am Donnerstag die Eröffnung gefeiert – an prominenter Lage, wo sich jahrelang die Badener Hauptpost am Bahnhof befand.

«Als wir um 6.30 Uhr öffneten, standen schon einige Kundinnen und Kunden vor der Tür», erzählt Regionalverkaufsleiterin Anna Jörgens wenige Stunden später. 

Der Haupteingang zur Aldi-Filiale – früher ging es hier zur Post.

Der Haupteingang zur Aldi-Filiale – früher ging es hier zur Post.

Das Aldi-Team hat die Filiale im Schnellzugstempo eingerichtet. «Vor zwei Wochen war hier noch alles leer», sagt Filialleiter Christian Cserni. Erst am 7. Dezember Tagen seien die Regale eingebaut worden. Noch am Mittwoch herrschte Hochbetrieb bei den Mitarbeitenden. Desto grösser ist nun die Erleichterung. «Wir freuen uns über die ersten tollen Feedbacks unserer Kunden», sagt Anna Jörgens. 20 Mitarbeitende sind in der Filiale beschäftigt, die meisten mit einem Teilzeitpensum.

Vollsortiment mit 1600 Produkten

Discounter Aldi bietet in Baden das komplette Sortiment mit 1600 Produkten an, obwohl die Fläche mit 670 Quadratmetern kleiner als eine durchschnittliche Filiale ist. Dazu kommen wöchentlich wechselnde Aktionsartikel. Wie schon etwa die erweiterte und im August wiedereröffnete Filiale in Fislisbach setzt der Detailhändler hier sein neues Ladenkonzept um.

Der Frischebereich mit Obst und Gemüse, die Kühlregale mit Convenience-Produkten, Snacks, Fleisch und Fisch befinden sich gleich nach dem Haupteingang:

Der Frischbereich gleich nach dem Eingang.

Der Frischbereich gleich nach dem Eingang.

«Bei einer Bahnhofs-Filiale ist das von Vorteil», sagt Jörgens. Zwei Kaffee-Automaten, «Coffee-Boxen» genannt, stehen für Pendler beim Eingang. Brot- und Backwaren befinden sich im hinteren Laden-Bereich.

Die Aldi-Filiale befindet sich einen Stock über jener von Lidl, die erst im vergangenen Februar eröffnet wurde. Beide haben denselben Vermieter: Das Post-Gebäude gehört der Zuriba AG. Gleich auf der andere Seite der Bahnhofstrasse befindet sich der Migros-Supermarkt, der im November eine Wiederöffnung feierte.

Auf der anderen Seite des Bahnhofs, noch im Metroshop, führt Coop einen Supermarkt. Die Konkurrenz hat Aldi keineswegs abgeschreckt. «Die Nähe zum Bahnhof und zur Postauto-Station sowie Kundenparkplätze auf dem Postareal waren für uns zentrale Aspekte bei der Standortwahl», sagt Jörgens.

Die Back- und Brotwaren.

Die Back- und Brotwaren.

Wie Lidl startet Aldi mit vier Kassen, zwei davon sind Stehkassen. Während Lidl mittlerweile zwei Kassen durch Self-Scanning-Kassen ersetzt hat, sind diese bei Aldi Suisse im ganzen Land zurzeit kein Thema. Die beiden Stehkassen sollen aber dafür sorgen, dass Pendler, die schnell wenige Produkte kaufen möchten, den Laden auch schnell wieder verlassen können.

300 Filialen im ganzen Land sind das Ziel

Über die Höhe des Investition in Baden macht Aldi keine Angaben. Vor 15 Jahren eröffnete der Discounter in Gebenstorf seine erste Filiale im Kanton Aargau. Mit jener in Baden ist diese Zahl auf 15 gestiegen.

Auf einen Blick alle Aargauer Filialen von Aldi, Migros, Coop und Lidl:

Fullscreen-Modus

Grafik: Dominic Kobelt.Fullscreen-Modus

Schweizweit sind es 219. Das nächste Zwischenziel lautet, das Filialnetz auf 300 Standorte zu erweitern. Aldi Suisse ist also landesweit mit grossem Hunger im Schnellzug unterwegs.

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