Aldi nimmt offenbar die Kundschaft in Wettingen auf den Arm. Wie Recherchen von «20 Minuten» zeigen, ist ein Kunde wegen eines besonders günstigen Tumblers extra zur Aldi-Filiale in Wettingen gefahren - und dann leer ausgegangen. Obschon der Kunde schon fünf Minunten nach Ladenöffnung in der Filiale war, waren alle Exemplare des Tumblers bereits ausverkauft.

Dem enttäuschten Kunden zufolge konnte lediglich ein einziger Einkäufer den Laden mit einem Tumbler verlassen.

Bewusste Strategie?

Das ist nicht der erste Fall, bei dem Aldi vermeintliche Köderangebote benutzt, um Kunden in ihre Läden zu locken. In den letzten Jahren wurden immer wieder Fälle bekannt, die ähnlich klingen wie der aktuelle. Dabei wurden meist günstige Computer angeboten.

Der Verdacht liegt nun nahe, dass Aldi bewusst eine Strategie fährt, bei der Kunden mit den genannten Lockvogel-Angeboten in die Filialien gelockt werden. Dann wird ihnen empfohlen, ein teureres Produkt zu kaufen, da das angepriesene Angebot nicht mehr an Lager ist.

«Wir bedauern dies ausserordentlich»

Den Vorwurf, in der Filiale Wettingen ein Lockvogel-Angebot verwendet zu haben, streitet der Mediensprecher von Aldi, Sven Bradke, ab. «Wie der Verkauf in Wettingen verlief, können wir derzeit noch nicht beurteilen. Es waren aber bezüglich der Nachfrage offensichtlich zu wenig Tumbler in dieser Filiale im Angebot, was wir ausserordentlich bedauern und wofür wir uns auch entschuldigen»,  erklärt Bradke gegenüber az.

Ob es sich bei der genannten Taktik um unlauteren Wettbewerb handelt, ist nicht klar. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) macht aber darauf aufmerksam, dass Kunden, unlautere Geschäftspraktiken per Online-Beschwerdeformular melden können. (kgh)