Stadtrats-Ersatzwahl
Alle erwarten zweiten Wahlgang – selbst die Badener Stadtverwaltung

Am Sonntag wählt Baden einen neuen Stadtrat. Wobei Prominente aus verschiedenen Sparten davon ausgehen, dass es zu einem zweiten Wahlgang kommt. Wer schlussendlich das Rennen macht, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Roman Huber
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Stadtrats-Ersatzwahl: Wer zuletzt lacht, der wird erst nach dem zweiten Wahlgang am besten lachen können.

Stadtrats-Ersatzwahl: Wer zuletzt lacht, der wird erst nach dem zweiten Wahlgang am besten lachen können.

Roman Huber

Wer wird der neue Stadtrat von Baden sein? Zurzeit bewegen diese Wahlen in der Bäderstadt weit mehr als Ständerats- oder Nationalratswahlen. Die Meinungen sind inzwischen gemacht, die Positionen bezogen, zumindest für den ersten Wahlgang. Aufgrund der Ausgangslage rechnet jedermann mit einem knappen Ausgang. Alle Befragten sind zudem überzeugt, dass es am 22. November einen zweiten Wahlgang brauchen wird.

Die Aussensicht

Der Wettinger Wahlbeobachter Max Knecht glaubt, dass der Wähler gerne Ordnung hält. «Der Parteiaustritt von Erich Obrist wird sich darum eher negativ auf sein Resultat auswirken», so Knecht. Wenn Obrist oder Caflisch bei einem zweiten Wahlgang verzichten, räumt Knecht der SP gute Chancen ein, den Sitz halten zu können.

Der in Ennetbaden wohnhafte Journalist Urs Tremp weist darauf hin, dass ein Aspekt noch nie richtig thematisiert worden sei: Der Dättwiler Obrist habe als einziger Kandidat den «Einheimischen-Bonus». «Das könnte letztlich entscheidend sein», sagt Tremp.

Die Badener Kommunikationsfachfrau Margot Leder ist überzeugt, dass in einem zweiten Wahlgang Erich Obrist das Rennen machen werde, wenn der Drittplatzierte nach dem ersten Wahlgang verzichte. «Für Obrist spricht, dass er für viele Leute wählbar ist», so Leder. Kommunikationsberater Andi Schaerer hingegen sieht Mario Delvecchio vorne, «allerdings wird es einen zweiten Wahlgang brauchen», fügt Schaerer an.

Kinounternehmer Peter Sterk sagt ebenfalls einen knappen Wahlausgang voraus. Wenn bei einem zweiten Wahlgang alle drei nochmals antreten, dann werde es für Mario Delvecchio reichen, stellt sich Sterk vor. Ähnlich sieht es Whisky-Händler Peter Siegenthaler, der Delvecchio zwar ein gutes Resultat zutraut. Wenn aber beim zweiten Wahlgang nur noch zwei antreten und Obrist im Rennen bleibt, würde er diesem gute Wahlchancen einräumen.

Ähnlich sieht es der Badener Musiker Philippe Kuhn. Der erste Wahlgang werde noch nicht entscheiden und das Resultat völlig offen sein. Doch im zweiten sieht er Erich Obrist im Vorteil. Stella Palino, Badener Theaterfrau, sieht Jürg Caflisch mit einigen Stimmen vor Obrist und in einem zweiten Wahlgang auch vor Delvecchio.

Robert Sailer, Präsident der Vereinigung City Com Baden, ist überzeugt, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Obrist und Delvecchio wird. «Mario wird es dann in einem zweiten Wahlgang nicht leicht haben», sagt Sailer. Auch alt Stadtrat Martin Langenbach (EVP) ist sich sicher, dass Obrist und Delvecchio den Sieg unter sich ausmachen werden. Aufgrund dessen, was ihm in der Stadt so zu Ohren gekommen sei, rechne er damit, dass Obrist am Schluss im Vorteil sein dürfte.

Auf zweite Runde vorbereitet

So viel darf man bei der Stadtverwaltung sagen: «Wir rechnen ebenfalls mit einem zweiten Wahlgang», so Marco Sandmeier, Stadtschreiber. Über die Wahlbeteiligung lasse sich zurzeit noch nichts Genaueres sagen. «Wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine genauen Aussagen machen», erklärt Sandmeier.

Der Eingang bei den Wahlcouverts entspreche dem üblichen Rahmen bei solchen Wahlterminen. «Am Sonntag sind wir jedenfalls auch für eine besonders gute Stimmbeteiligung gerüstet», fügt Sandmeier an.

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