Baden
Alle sind eingeladen auf die Reise ins Jahr 2026

Die Stadt Baden gibt sich ein neues Planungsleitbild. das ist auch schon länger fällig. Das letzte wurde im Jahr 1998 verfasst. Diesmal kann auch die Bevölkerung an zwei Foren ihre Bedürfnisse einspeisen. Dabei werden auch Verständnisfragen geklärt.

Roman Huber
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Die Bevölkerung kann beim neuen Planungsleitbild mitwirken. az-Archiv

Die Bevölkerung kann beim neuen Planungsleitbild mitwirken. az-Archiv

Ein neues Planungsleitbild ist überfällig, das letzte wurde im Jahr 1998 verfasst. Im Hintergrund laufen die Arbeiten seit einem Jahr. Weil bereits viele Projekte und Planungen laufen oder angedacht sind, geht das neue Planungsleitbild nicht mehr vom Ursprungsjahr aus, sondern legt den Blick auf «Baden 2026».

Darin soll ein «eher pragmatisches Bild der unmittelbaren Zukunft formuliert werden», steht erläuternd am Anfang des zweiten Entwurfs.

Kapitalien als Planungsgrundlagen

Seit 2008 stellt die Stadt Baden seine Entwicklungsziele und all ihre Handlungen unter die Prämisse der Nachhaltigkeit. Das Planungsleitbild 2026 ordnet sich dieser Denkweise verstärkt unter und baut auf dem Gleichgewicht zwischen Mensch, Gesellschaft, Umwelt und Ökonomie.

Fakten und Termine

Das Planungsleitbild
Das Instrument des Planungsleitbildes hat sich als Wegweiser für die Stadtentwicklung bewährt. Es ist heute die Grundlage für das Handeln von Politik und Verwaltung, deren Legislatur- und Jahresziele, und vermittelt «strukturierte Umrisse der erstrebenswerten Zukunft».

Die Grundlagen
Dem öffentlichen Forum gingen zwei Workshops des Stadtrats, drei Sitzungen mit der Strategiekommission sowie drei Besprechungen im Projektteam voraus. Ein Workshop fand mit dem externen Beirat statt. Als Grundlagen dienen aktuelle Fachstudien und Entwicklungsprognosen.

Der Terminplan
Am Samstag, 4. Mai, findet das erste öffentliche Forum statt, am 22. Juni das zweite. Der weitere Terminplan ist ambitiös. Danach werden die Resultate in einen weiteren Entwurf einfliessen. Bis Ende dieses Jahres soll die definitive Form vorliegen. (-rr-)

In der Fachsprache heisst diese Betrachtung «Kapitalstockmodell», wie es bereits auf eidgenössischer Ebene in der Raumplanung eingesetzt wird. Die vier Ressourcen stellen die Kapitalien (Vermögenswerte) einer Gesellschaft dar.

Das übergeordnete Ziel ist es, diese Grundlagen des kommunalen Lebens zu bewahren und zu fördern. Daraus werden die Umrisse der erstrebenswerten Ziele bis ins Jahr 2026 gezeichnet.

Das soll «Baden 2026» sein

Aus den Zielvorstellungen werden die fünf wichtigsten Herausforderungen der Stadtentwicklung abgeleitet (siehe Bildergalerie), die in Leitsätzen präzisiert und in Handlungsfeldern dargestellt werden. Der Stadtrat beschränkt sich dabei nicht mehr nur darauf, die Stimmen der Parteien und Vereine in der Vernehmlassung abzuholen.

Infrastruktur Von der Bildung über die Kultur bis zur Mobilität: Die städtische Infrastruktur hat ein sehr hohes Niveau. Als Zentrumsgemeinde wird sie künftig noch stärker belastet. Die höhere Auslastung der Infrastruktur erhöht den Unterhaltsaufwand. Rund 4000 Hochbauten in Baden dienen dem Wohnen. Viele davon sind in einigen Quartieren technisch veraltet. Der Ausbau der Infrastruktur muss künftig mit weniger Raum und geringeren finanziellen Mitteln auskommen. Der Bedarf wird jedoch komplexer – auch aus energetischer Sicht – und benötigt steigende finanzielle Mittel. Die Infrastruktur wird verstärkt von der ganzen Region beansprucht. Beim Strassenverkehr sind der Mobilität Grenzen gesetzt, wenn die Erreichbarkeit erhalten bleiben soll.
5 Bilder
Raum und Umwelt Topografische und politische Grenzen setzen der Stadtentwicklung einen engen Rahmen. Der Umgang mit dem Raum als Teil der Umwelt ist entscheidend. Das prognostizierte Bevölkerungswachstum verlangt einen sorgsamen Umgang mit dem Boden und den Naturräumen. Über alle Bereiche der Entwicklung muss Baden die ökologische Verantwortung übernehmen. Der wachsende Flächenkonsum von Wohn- und Verkehrsraum birgt dabei Risiken, zeigt aber auch Chancen auf. Der Druck auf die Frei- und Naturräume wächst, der Limmatraum rückt vermehrt in den Fokus. Nach 2018 werden Badens Raumreserven erschöpft sein. Die bauliche Entwicklung wird Baden noch urbaner machen. Es braucht vermehrt regionale Lösungen.
Stadtidentität Baden kann zwar auf sein historisch begründetes Selbstbewusstsein (Tagsatzungs-, Kongress-, Handels-, Bade und Wirtschaftsstandort) bauen. Die Stadt muss sich in einem dynamischen Umfeld jedoch immer wieder neu erfinden. Selbstbild der Stadt und deren Aufgaben müssen stets hinterfragt werden. Die räumliche Vielfalt, die offene politische Kultur, Kulturszene und Vereinsleben zeugen von der Stadtidentität. Das sind für die künftige Entwicklung Chancen. Baden verkörpert eine zusammenwachsende Region mit über 100 000 Einwohnern, wovon aber nur 20% in der Stadt wohnen. Die lokal orientierte Identifikation nimmt aufgrund verstärkter Mobilität und eines gesellschaftlichen Wertewandels ab. Der äussere Druck bringt auch Risiken.
Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Finanziell steht die Stadt gut da; die Schulden wurden reduziert. Baden ist auch künftig auf einen gesunden Finanzhaushalt angewiesen, damit der autonome Handlungsspielraum für Investitionen und städtische Dienstleistungen erhalten bleibt. Es zeichnen sich heute grosse Investitionen in den Bereichen Verkehr, Kultur und Schule ab. Wesentlich für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist Baden als funktionierender Wirtschaftsstandort. Wald, Thermen, Firmen, das grosse kommunale Angebot bilden das Potenzial Badens und gelten als Chancen. Zentrumslasten, aber auch die Nachfrage nach Wohn- und Arbeitsraum lassen das Preisniveau ansteigen. Dies wie die steigenden Bedürfnisse bergen auch Risiken.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt Zuwanderung, erhöhte Fluktuation, demografischer Wandel, Verknappung der Ressourcen wirken sich auch auf die Entwicklung der Bevölkerung aus. Baden kennt eine offene Kultur zwischen Menschen jeglicher Herkunft. Voraussetzung einer lebendigen Stadtgesellschaft ist die Teilnahme der Bevölkerung am Stadtleben über politische, soziale, kulturelle und Altersgrenzen hinweg. Die Integration von Neubürgern sowie Alters-, Freiwilligen- und generationenübergreifende Sozialarbeit werden bedeutender. Baden wird auch zur 24-Stunden-Stadt. Damit sind verschiedenste Anforderungen verknüpft, von den Tagesstrukturen, Begegnungsmöglichkeiten, Vereins- und öffentliche Aktivitäten bis zu grossen Festen.

Infrastruktur Von der Bildung über die Kultur bis zur Mobilität: Die städtische Infrastruktur hat ein sehr hohes Niveau. Als Zentrumsgemeinde wird sie künftig noch stärker belastet. Die höhere Auslastung der Infrastruktur erhöht den Unterhaltsaufwand. Rund 4000 Hochbauten in Baden dienen dem Wohnen. Viele davon sind in einigen Quartieren technisch veraltet. Der Ausbau der Infrastruktur muss künftig mit weniger Raum und geringeren finanziellen Mitteln auskommen. Der Bedarf wird jedoch komplexer – auch aus energetischer Sicht – und benötigt steigende finanzielle Mittel. Die Infrastruktur wird verstärkt von der ganzen Region beansprucht. Beim Strassenverkehr sind der Mobilität Grenzen gesetzt, wenn die Erreichbarkeit erhalten bleiben soll.

Aargauer Zeitung

Erstmals bezieht er in diesem Entstehungsprozess auch die breite Öffentlichkeit mit ein. An zwei Foren soll jedermann seine Bedürfnisse einbringen können. Dabei werden auch Verständnisfragen geklärt und Informationen abgegeben.

Öffentliches Forum: 4. Mai, 9–13.30 Uhr, Saal «Roter Turm», Rathausgasse 5; das zweite Forum findet am 22. Juni statt.