Wirtschaft
Alles begann in einer Einzimmerwohnung

Die Canastra AG aus Oberrohrdorf entwickelt und produziert elektronische High-Tech-Produkte. In den vergangenen 35-Jahren hat sich die Firma zu einem modernen KMU entwickelt.

Peter Riner
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Markus Bräm, seine Frau Hanny und die beiden Söhne Pascal und Christian sitzen zusammen mit der Belegschaft in der Cafeteria des Canastra-Gebäudes im Oberrohrdorfer Gewerbegebiet. Anzustossen gilt es auf das 35-jährige Bestehen der Firma und ganz nebenbei noch auf den 60. Geburtstag des Firmenchefs. Aus bescheidenen Anfängen heraus hat sich der Betrieb des Ehepaars Bräm zu einem modernen KMU auf dem Gebiet der Elektronik/Mechatronik entwickelt. Stolz präsentiert Sohn Pascal die neuste Eigenentwicklung, die in der Fachwelt schon für Furore gesorgt hat. Es ist die Dominoswiss-Funkstorensteuerung.

Stromsparende Steuerung

Was sich simpel anhört, ist ein hoch kompliziertes, kaum zündholzschachtelgrosses Gerät, das alle Storen eines mehrstöckigen Gebäudes per Zentralbefehl gleichzeitig betätigen lässt. Das ist nur möglich, weil jedes Empfangsgerät sowohl Empfänger als auch Sender ist und somit ein Dominoeffekt ausgelöst wird. Ein direkter Funkkontakt zu allen Empfängern ist damit nicht nötig.

Und auf ein weiteres Detail bei diesem Produkt ist man stolz, nämlich die ÖkoPlus-Technologie: Die von der Funksteuerung ausgehende Strahlenbelastung ist etwa 3000-mal geringer als bei einem handelsüblichen Handy. Die stromsparende Methode garantiert demzufolge eine durchschnittlich 10-jährige Lebensdauer der Batterien.

150 verschiedene Produkte

Nebst Entwicklung, Herstellung, Verkauf und Wartung elektronischer Steuerungen, Geräte und Anlagen für die Industrie in der Schweiz, Europa und auch Übersee kommen aus dem Hause Canastra immer mehr auch eigene Produkte, die über die Tochterfirma Brelag verkauft werden. Es sind im Moment rund 150 verschiedene Produkte, die in Oberrohrdorf in modern eingerichteten Produktionsräumen mit High-Tech-Maschinen und ausgebildetem Personal hergestellt werden. «Wir können so gleich kostengünstig produzieren wie die Konkurrenz in Fernost», sagt Firmengründer Markus Bräm. Und er hat auch gleich noch eine Erklärung bereit für seinen Firmenerfolg: «Ein guter Elektroniker hat nur ein Hobby – die Elektronik.» Dass die Firma auch für die Zukunft gerüstet ist, dafür sorgen die beiden Söhne. Pascal mit Wirtschaftsstudium als Marketing- und Verkaufsleiter und Christian als Elektroniker für Produktionsplanung und Arbeitsvorbereitung. Demnächst schliesst er die Techniker-Schule ab.

Ein fliessender Übergang der Geschäftsleitung an die Söhne ist also mittelfristig gewährleistet. Im Moment ist Markus Bräm schon glücklich, wenn er sein Pensum von 150 auf 100 Prozent reduzieren kann. Er ist aber noch viel zu stark von der Elektronik fasziniert, als dass er schon ans Aufhören denken würde. Eine gute Produktepipeline, ein grosser Kundenstamm und ein tolles Team motivieren den in Remetschwil wohnhaften Geschäftsmann, sich weiter für sein Lebenswerk Canastra AG zu engagieren.