Der Kanton will mit dem Projekt Oase (Ostaargauer Strassenentwicklung) bis 2040 die ärgsten Verkehrsprobleme in den Griff bekommen. Baden und Brugg sollen vom Durchgangsverkehr entlastet, das Untere Aaretal an die Autobahnen angeschlossen werden.

Zwei konkrete Varianten stehen für die Region Baden zur Debatte – vorgesehen ist bei beiden ein Tunnel am Ende der Siggenthaler Brücke, was in Obersiggenthal gar nicht gut ankommt. «Der Gemeinderat steht den vorliegenden Varianten kritisch gegenüber. Unserer Gemeinde droht Mehrverkehr», erklärte Gemeindeammann Dieter Martin bereits im Januar.

Nun sucht Obersiggenthal Unterstützung bei weiteren Gemeinden rund um Baden, um beim Kanton eine Protestnote gegen das Oase-Projekt zu deponieren, wie Dieter Martin gegenüber der az erklärt. «Unser Ziel ist es, weitere Gemeinden ins Boot zu holen, wir hoffen auf Unterstützung aus Untersiggenthal, Wettingen, Ennetbaden und Freienwil, die ebenfalls von Mehrverkehr betroffen sein könnten», sagt Dieter Martin. «Wir unterstützen es grundsätzlich, dass Baden vom Verkehr entlastet werden soll.

Es muss aber geprüft werden, ob der Fokus nicht zu einseitig auf Baden gelegt wird und ob die Interessen der umliegenden Gemeinden genügend berücksichtigt werden», so Dieter Martin. Bis ins Jahr 2040 müsse zwar die ganze Region unabhängig vom Projekt Oase mit einer Verkehrszunahme rechnen. «Auf den ersten Blick sieht es aber ganz danach aus, dass Obersiggenthal mit dem geplanten Tunnel besonders betroffen sein wird. Der Tunnel hätte auch Folgen für unsere Nachbargemeinden.»

Für die Region Baden steht erstens die Variante «Umfahrung Baden West» zur Debatte: Sie führt nach der Siggenthaler Brücke in den Martinsberg, durch den Kreuzliberg und anschliessend zur Schwimmbadstrasse. Zudem gibt es die Variante Martinsbergtunnel, die ebenfalls nach der Siggenthaler Brücke durch einen Tunnel zum Autobahnanschluss bis nach Dättwil führt.