Niederrohrdorf

Als zweite Gemeinde im Kanton: Kindergarten und Betreuung sollen unter einem Dach vereint werden

Im Kindergarten Dorf eröffnet die Schule in Niederrohrdorf nächsten August einen öffentlichen Tageskindergarten.

Im Kindergarten Dorf eröffnet die Schule in Niederrohrdorf nächsten August einen öffentlichen Tageskindergarten.

Im 4100-Einwohner-Dorf soll es einen Tages-Chindsgi geben.

Im nächsten Sommer eröffnet die Stadt Baden als erste Gemeinde im Kanton einen Tageskindergarten (die AZ berichtete). Nun zieht Niederrohrdorf nach: Ab August 2021 bietet auch das 4100-Seelen-Dorf modernste Betreuungsstrukturen für Kindergärtler im Kindergarten Dorf an. Die beiden Gemeinden gehören somit zu den Pionieren im Kanton.

Seit August 2018 sind die Gemeinden dazu verpflichtet, ein bedarfsgerechtes Angebot an familienergänzender Kinderbetreuung sicherzustellen. Fast alle Gemeinden lösen das mit Tagesstrukturen, die unabhängig von der Schule die Kinder vor und nach dem Unterricht betreuen und einen Mittagstisch anbieten.

Stephanie Weber, Stufenleiterin Kindergarten, sagt: «Wir haben festgestellt, dass es immer wieder Kinder gibt, die fast jeden Tag an einem anderen Ort betreut werden.» Die Kindergärtnerin kontrolliert nach dem Unterricht anhand einer Liste, wo das Kind jeweils zur Betreuung hinmuss. «Das kann die Kinder überfordern», sagt Stephanie Weber.

Klarer Tagesablauf und mehr Sicherheit

Mit dem Tageskindergarten können die Kindergärtler in Zukunft den ganzen Tag am selben Ort verbringen und erhalten so einen klaren, strukturierten und stabilen Tagesablauf: Der Unterricht findet im ersten Stock statt, die Betreuung im Erdgeschoss, und draussen steht ein eingezäunter Spielplatz zur Verfügung. Der Tageskindergarten ermöglicht auch eine bessere Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen, Betreuern und Eltern.

«Da alles unter einem Dach ist, sind nach dem Unterricht Übergabegespräche möglich», sagt Stephanie Weber. «So können auch Konflikte zwischen zwei Kindern noch besser gelöst werden.» Und die zuständige Gemeinderätin Martina Egger (SVP) ergänzt: «Mit dem Tageskindergarten können wir das Sicherheitsgefühl der Eltern stärken.» Denn die Kinder müssten beispielsweise nicht mehr die Strasse überqueren, um zu den Tagesstrukturen zu gelangen. «Gerade bei den Kleinsten ist das wichtig.»

Martina Egger ist überzeugt, dass Tageskindergärten in Zukunft immer mehr gefragt sind, nicht nur in Niederrohrdorf, dessen Einwohnerzahl in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent gewachsen ist. «Mit dem neuen Angebot decken wir ein Bedürfnis der Bevölkerung.» Es sei zwar eine Herausforderung, etwas ganz Neues auf die Beine zu stellen. «Aber das ist typisch für Niederrohrdorf – wir wagen etwas für unsere Bevölkerung.

Wie hoch die Nachfrage für die 22 Plätze sein wird, kann Stufenleiterin Stephanie Weber nicht abschätzen. In Baden fällt jeweils ein Los-Entscheid, welches Kind einen der begehrten Plätze an der Tagesschule und ab kommendem Jahr auch im Tageskindergarten erhält. Dass auch in Niederrohrdorf das Los entscheiden muss, glaubt sie nicht. «Ich rechne nicht damit, dass wir derart überrannt werden. Falls doch, würden wir die Plätze nach Eingang der Anmeldungen vergeben.» Bei grosser Nachfrage besteht zudem die Möglichkeit, in Zukunft eine zweite Abteilung mit weiteren 22 Plätzen zu eröffnen.

Zurzeit besuchen zwei Klassen den Kindergarten Dorf, dem künftigen Standort des Tageskindergartens. Auf das nächste Schuljahr zieht eine Klasse in den Kindergarten Clemenz, um Platz für die Betreuung im Erdgeschoss zu schaffen. Der öffentliche Schulunterricht ist auch im neuen Tageskindergarten kostenlos.

Je nach Bedürfnis können verschiedene, kostenpflichtige Module gebucht werden – von Früh-, Mittags-, Frühnachmittags- bis Spätnachmittagsbetreuung. Bei genügend Kapazitäten steht der Tageskindergarten auch auswärtigen Kindern offen. Die bisherigen Tagesstrukturen, die 2012 im Kollerhaus eröffnet wurden, bleiben weiterhin bestehen.

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