Standortfrage

Alstom-Poker: Baden und Birr gehören langfristig zu den Verlierern

Die Alstom-Schweiz Zentrale in Baden.jpg

Die Alstom-Schweiz Zentrale in Baden.jpg

Auch wenn man jetzt in Baden und Birr aufatmet, dass nicht Siemens bei Alstom zum Zug gekommen ist – längerfristig gehören beide Standorte zu den Verlierern. Denn es hat sich bei der Übernahmeschlacht um Alston die Logik der Politik durchgesetzt.

Würden die Regeln der industriellen und wirtschaftlichen Logik gelten, würde man insbesondere das Servicegeschäft bei den Gasturbinen, den eigentlichen Kronjuwelen von Alstom, nicht antasten, sondern bei den anderen, schlechter laufenden Geschäftsbereichen von Alstom restrukturieren.

Mit dem absehbaren Sieg von General Electric (GE) und des französischen Staats als neuen Grossaktionären bei Alstom dominiert indes eine andere Logik: einerseits die Gewinnoptimierung, andererseits der Schutz der staatlichen französischen Interessen. Und weil sich diese beiden Ziele eigentlich nicht vereinbaren lassen, wird man Jobs in Frankreich auf Kosten anderer Standorte schützen – zumal Stellen in der Schweiz viel rascher gestrichen werden können.

Als Sieger fühlen können sich die Aktionäre von GE und Siemens. GE bekommt ein lukratives Servicegeschäft. Siemens hat schon intern mit einer grossen Restrukturierung genug zu tun. Verlierer sind neben den Schweizer Alstom-Angestellten die Alstom-Aktionäre inklusive Angestellten mit Mitarbeiteroptionen. Sie müssen sich mit dem zweitbesten Angebot begnügen. Und ihnen ist klar geworden, dass das letzte Wort nicht sie haben, sondern der französische Staat.

Hinter den Kulissen gab es in Paris denn auch einen grossen Zank zwischen dem Grossaktionär Bouygues und dem französischen Wirtschaftsministerium – denn der Staat hat kein Geld und will deutlich weniger als GE und Siemens für die Alstom-Tranche von Bouygues zahlen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1