Nachruf
Alt Chefarzt Dr. Max Graber ist verstorben – er kämpfte zuvorderst für das Kantonsspital Baden

Der alt Chefarzt Dr. Max Graber ist im Alter von 94 Jahren verstorben. Georg Humbel, alt Spitaldirektor, erinnert sich.

Georg Humbel, Alt Spitaldirektor
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Dr. Max Graber ist im Alter von 94 Jahren verstorben.

Dr. Max Graber ist im Alter von 94 Jahren verstorben.

zvg

Eine grosse Trauergemeinde nahm in der Stadtpfarrkirche Abschied von Dr. Max Graber, der am 27. Dezember im 95. Altersjahr gestorben war. Die Abschiedsfeier wurde musikalisch umrahmt vom katholischen Kirchenchor «Cäcilia», dem der Verstorbene während Jahren bis zu seinem Tode angehörte.

Max Graber wurde im Jahre 1922 in Luzern geboren. Er war verheiratet mit Irma Verena Schwander, die ihm 1952 zwei Töchter schenkte. Er studierte an den medizinischen Fakultäten der Universitäten Freiburg und Basel und absolvierte seine fachlichen Lehr- und Wanderjahre als Assistenz- bzw. Oberarzt am Universitätsspital Basel und am Kantonsspital Luzern.

Im Jahre 1961 wurde Max Graber zum Chefarzt der Chirurgie ans städtische Krankenhaus Baden gewählt. Als die Platzverhältnisse immer enger wurden, Einrichtungen und Abläufe nicht mehr den erforderlichen Standards entsprachen, kämpfte er an vorderster Front für ein neues Spital, wobei ihm medizinisches Fachwissen und diplomatisches Geschick zugutekamen. Die Freude war gross, als Anfang der 70er-Jahre Parlament und Volk grünes Licht gaben für ein zweites Kantonsspital in Dättwil. Damit begann eine rund siebenjährige Planungs- und Bauzeit, die Graber aktiv beeinflusste, um optimale medizinische und pflegerische Abläufe sicherzustellen.

Allgemeinchirurg

Im Februar 1978 ging das Bauwerk, das 250 Millionen Franken kostete, als damals modernstes Spital der Schweiz in Betrieb. Gleichzeitig wurde im Kanton ein Notfallkonzept mit dem neuen Notruf 144 eingeführt, das Grabers Handschrift trug.

Max Graber war in erster Linie ein hervorragender Allgemeinchirurg, einer der letzten, die von Kopf bis Fuss praktisch alles operierten. Vorbildlich setzte er sich für seine Patienten, die Weiterbildung seiner Assistenzärzte und -ärztinnen und das Wohl seiner Mitarbeitenden ein. Er galt als sehr zugänglicher, humanistisch geprägter Arzt, immer bereit zu helfen und zu trösten.

In Bund und Kanton engagierte er sich für den «Koordinierten Sanitätsdienst» und kommandierte als Oberst das Territorial Spitalregiment 48, mit dessen Soldaten und Offizieren er bis zum Tod kameradschaftliche Bande pflegte.

Mitglied des Rotary Club Baden

Als sehr sozialer Mensch hat er im Spital die Errichtung der Kindertagesstätte mitinitiiert und unterstützt. Im Tschad engagierte er sich für das von einem Assistenzarzt gegründete Buschspital Koyom. Mehrmals arbeitete er als Mediziner in Afrika. Zusammen mit dem KSB hat er die Patenschaft dieses Spitals übernommen.

Mehr als 40 Jahre lang setzte er sich im Rotary Club Baden für medizinische Sozialprojekte ein; für «Polio plus», wo es um die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung geht, und «Mine Ex», das die Entminung von kriegsversehrten Ländern und die Heilung minenverletzter Menschen zum Ziel hat.

Mit dem Tod von Dr. Max Graber und der Überführung seiner Urne zurück in seine Heimat Luzern hat sich der Lebenskreis einer grossen Persönlichkeit der Stadt Baden geschlossen. Uns bleibt die Erinnerung an einen liebenswürdigen und zupackenden Menschen mit durchaus auch geniesserischen Zügen, wenn es um feine Dinge im Leben ging.

«Lieber Max, ruhe du nun bei deinem Schöpfer, an den du als Christ und Arzt immer geglaubt hast. Deine Verdienste und tiefen Spuren, die du hinterlassen hast, werden uns noch lange und freudig an dich erinnern.»