Baden

Alterszentrum Kehl: Run auf neue Alterswohnungen

Vor der Grossbaustelle im Alterszentrum Kehl (v. l.): Martin Haefeli, Leiter Finanzen, Daniela Oehrli, VR-Präsidentin, und Ueli Kohler, Geschäftsführer.

Vor der Grossbaustelle im Alterszentrum Kehl (v. l.): Martin Haefeli, Leiter Finanzen, Daniela Oehrli, VR-Präsidentin, und Ueli Kohler, Geschäftsführer.

Die Bauarbeiten im Badener Alterszentrum im Kehl kommen wie geplant voran: 52 Wohnungen sind ab August 2016 zu mieten. Über 300 Bewerber stehen auf der Warteliste.

Das Alterszentrum Kehl ist zurzeit eine grosse Baustelle. Allgemein herrsche derzeit viel Bewegung im Haus, erklärt Daniela Oehrli, scheidende Verwaltungsratspräsidentin der AZK Betriebe AG.

Die ehemalige Stadträtin spricht dabei auch die personellen Wechsel an, die in jüngerer Vergangenheit im Kader stattgefunden hätten. «Solche Wechsel bringen naturgemäss etwas Unruhe ins Haus», fügt Oehrli an. Sie dürfe jedoch mit gutem Gewissen das Steuer übergeben, denn das «Kehl» sei innen wie aussen gut auf Kurs.

«Diese Neubauten haben mich zehn Jahre meines Lebens gekostet»: Daniela Oehrli, abtretende Verwaltungsratspräsidentin der Altersheim Kehl AG.

«Diese Neubauten haben mich zehn Jahre meines Lebens gekostet»: Daniela Oehrli, abtretende Verwaltungsratspräsidentin der Altersheim Kehl AG.

Der Bau der beiden neuen Wohnhäuser mit 52 Wohnungen, Infrastrukturräumen und einer Tiefgarage (Bausumme: total 36 Millionen Franken) schreite planmässig voran. «Wir sind zeitlich und auch kostenmässig bestens im Fahrplan», weiss Ueli Kohler, der inzwischen seit 100 Tagen als Geschäftsführer im «Kehl» wirkt.

Im August sollen die Wohnungen bezugsbereit sein. «Und das Interesse ist sehr gross», weiss Daniela Oehrli. Auf der Warteliste würden inzwischen über 300 Bewerber figurieren. Die grosse Mehrheit davon sei ernsthaft interessiert und könnte innert kurzer Zeit einziehen.

Untere und mittlere Einkommen

Die Vergabe der Wohnungen habe noch nicht stattgefunden, sagt Kohler. Auch bei den Mietzinsen könne man noch keine definitiven Zahlen nennen. «Klar ist, dass die neuen Wohnungen für untere und mittlere Einkommensschichten konzipiert sind», sagt Oehrli. Das sei ein politischer Entscheid. Die Vergabe der Wohnungen ist denn aufgrund einer Anfrage von CVP-Einwohnerrätin Sarah Wiederkehr auch ein politisches Thema geworden.

Eine Arbeitsgruppe hat sich damit auseinandergesetzt. Laut Martin Haefeli, Leiter Finanzen, seien die Prioritäten gesetzt worden: Zuerst würden die ehemaligen Bewohner des abgebrochenen Hochhauses berücksichtigt, dann diejenigen Leute aus Baden und Ennetbaden, die zwischenzeitlich neu im Provisorium einquartiert seien, danach diejenigen Leute im Langhaus (Kehl 3), die sich für eine neue Wohnung angemeldet hätten.

«Aus heutiger Sicht können wir all diesen Leuten eine Wohnung anbieten», sagt Daniela Oehrli. Danach werde es schwierig. Für die verbleibenden rund 20 Wohnungen werde die Warteliste berücksichtigt, und zwar «nach sozialer und gesundheitlicher Dringlichkeit», fügt Oehrli an. Dem politischen Willen, die Wohnungen nicht an Leute mit höherem Einkommen und Vermögen zu vermieten, werde dabei selbstverständlich Rechnung getragen.

«Kehl» auf dem richtigen Weg

Der Nachfrageüberschuss zeige, dass das «Kehl» mit dem betreuten Wohnen rechtzeitig den richtigen Weg in die Zukunft gewählt habe, sagt Oehrli: «Es gilt nun die Politik und Gesellschaft verstärkt für weiteren solchen Wohnraum zu gewinnen.

«Wir wollen uns auch in Zukunft als attraktives Alterszentrum mit dem Fokus auf betreutes Wohnen etablieren», sagt auch Kohler. Dazu gehören auch ein qualitativ hochstehendes Dienstleistungsangebot und die Möglichkeit, je nach gesundheitlichem Zustand in die Pflegeabteilung wechseln zu können. Darum werde man sich schon jetzt überlegen müssen, wie es baulich weitergehen soll.

Es drängt sich vor allem die Frage auf, ob das Langhaus renoviert oder abgebrochen soll, denn so könnte man das bestehende Provisorium noch länger nutzen. Es wäre laut Daniela Oehrli durchaus denkbar, dass die nächste Bau-Etappe gemäss Gesamtkonzept nach dem Bezug des Neubaus im Herbst 2016 in Angriff genommen werde.

Die Kosten der nächsten Etappe würden günstiger ausfallen, weil das «Kehl» dann keine zusätzlichen Infrastrukturräume mehr benötigen wird.

Die Wirtschaftlichkeit werde so oder so in Zukunft das «Kehl» zum Spagat zwischen Qualität und Leistungsangebot zwingen. Dazu werde man die Kooperation mit dem Regionalen Pflegezentrum intensivieren, sagt Kohler.

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