Baden
Alterszentrum «Kehl» setzt auf Wohnen im Alter

Das Alterszentrum Kehl (AZK) verzichtet vorläufig auf die Erweiterung der Pflegeabteilung. Die 60 Wohnungen im Hoch- und Langhaus sollen durch zeitgemässe Wohnungen ersetzt werden.

Roman Huber
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Schwerpunkte gesetzt

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Der Vorstand des Vereins AZK rechnet mit einer Investition von 21 Mio. Franken. Die Pflegeabteilung wird vorerst nicht erweitert; die Realisierung würde 7,1 Mio. statt wie ursprünglich geschätzt 3,2 Mio. Franken betragen.

Gesetzesänderung als Auslöser

Ein Bericht über die Baubedürfnisse wird die Grundlage für den Wettbewerb bilden, der im Juni 2011 lanciert werden soll. Andreas Voser, Präsident AZK Immobilien AG, spricht von einem ehrgeizigen Zeitplan: «Frühester Baubeginn ist zweite Hälfte 2012.» Auch die Finanzierung muss noch geregelt werden. 3 Mio. Franken haben die beiden Gemeinden (Ennetbaden und Baden) als Aktienkapital gezeichnet, zudem haben sie ein verzinsliches Darlehen von 7 Mio. Franken in Aussicht gestellt.

Der Vorstand des Vereins AZK Baden-Ennetbaden will damit gemäss seiner neuen Strategie den Fokus auf das Wohnen im Alter, «und zwar nicht erst ab 85, sondern auch auf jüngere Senioren und Seniorenpaare legen», so Voser. Auslöser waren primär Änderungen auf Gesetzesebene. Neu müssen alle anfallenden Kosten einer Pflegeeinrichtung über die Heimbewohner finanziert werden. Die Krankenversicherer haben nur noch einen Teil der Pflegekosten zu übernehmen. Der Kanton überwälzt den Gemeinden die Restkosten.

Während sich das Regionale Pflegezentrum Baden (RPB) als Kompetenzzentrum für Pflegespezialitäten in der altersunabhängigen Langzeitpflege (inkl. Schwerstpflege und Dementenbetreuung) etablieren soll, setzt man im AZK auf betreutes Wohnen für gesunde oder nur leicht- bis mittel pflegebedürftige Betagte. «Hier soll man bis zum Tode wohnen können», umschreibt Voser das Wohnangebot.

Das Kehl will je nach Bedarf modulare Dienstleistungen für die Betagten anbieten. Die stationäre Pflegeabteilung wird zum Pflegehotel umfunktioniert für die Wiedergenesung, Überbrückungspflege und zur Entlastung von Angehörigen.

Unterschiedliche Voraussetzungen

Laut Daniela Oehrli, als Stadträtin und Vorsteherin des Ressorts Gesundheit und Soziales auch Präsidentin der AZK Betriebe AG und der Betriebskommission des Regionalen Pflegezentrums, sind die Voraussetzungen der einzelnen Institute unterschiedlich. Das AZK (Verein) wurde immer hauptsächlich durch die Bewohner finanziert. Durch die Umbauten und Investitionen sowie die Ausfinanzierung der Pensionskasse (APK) hat sich eine Schuldenlast von 8 Mio. Franken angesammelt.

«Eine Entschuldung ohne Hilfe der öffentlichen Hand ist nicht möglich», sagt Oehrli. Die Kehl-Bewohner seien zudem darüber informiert worden, dass die Taxen erhöht werden müssten. Laut Oehrli habe man dafür Verständnis gezeigt.

Weil sich der Kanton an keinerlei Investitionen mehr beteiligt, seien die Pflegeeinrichtungen dazu gezwungen, durch geeignete Zusammenarbeit mit andern Instituten ihre Angebote zu optimieren bzw. die Kosten zu senken. Zwischen Kehl und RPB gibt es bereits einen Zusammenarbeitsvertrag.