Endlich ist es soweit: Die Sanierungs- und Umbauarbeiten am Alten Mellinger Rathaus und dem Brückentor sind seit Kurzem beendet. Während beinahe fünf Jahren wurden sie komplett restauriert und umgebaut. Am Wochenende konnte die Bevölkerung erstmals die sanierten Gemäuer besichtigen.

Beide Bauten stammen aus der Zeit des Mittelalters. Es gibt klare Hinweise darauf, dass das Torhaus Anfang 1528 erbaut worden ist. Das Rathaus soll sogar aus dem 13. Jahrhundert stammen. Somit erstrahlen heute zwei der geschichtsträchtigsten Bauten Mellingens wieder in ihrem alten Glanz.

Philippe Hüsser, Hüsser Architekten, und Denkmalpfleger Jonas Kallenbach führen durch das Gebäude.

Philippe Hüsser, Hüsser Architekten, und Denkmalpfleger Jonas Kallenbach führen durch das Gebäude.

Das freut Gemeindeammann Bruno Gretener: «Wir sind über jede Altstadtliegenschaft glücklich, die unterhalten oder bei Bedarf erneuert wird, damit die Altstadt weiterhin auch belebt ist», sagt er.

Als Wohnungen vermietet

Die Liegenschaft dient neu als Wohnraum: Acht Wohnungen werden in Zukunft vermietet, obwohl zu Beginn noch eine mehr geplant gewesen war. Und zwar in der ehemaligen Gerichtsstube.

Denn in diesem Raum stiess man während den Arbeiten auf so einige Schätze: Unter anderem kam ein Portal mit dem alten Mellinger Wappen und 450-jährige und dennoch gut erhaltene Wandmalereien zum Vorschein. In Zukunft wird die Gemeinde den Raum aufgrund des speziellen Werts mieten. «Empfänge, spezielle Sitzungen, Stadtführungen sind denkbar», sagt Gretener. In weiteren Räumlichkeiten fand man solche Wandmalereien, die partiell oder praktisch vollständig in einem guten Zustand erhalten geblieben sind. Da man immer auf neue Überraschungen stossen konnte, gestaltete sich die Arbeit sehr zeitaufwendig, sagt Bauleiter Phillippe Hüsser.

Dass die Gebäude ihre Tücken haben werden, war auch dem Bauherr Alex Gemperle bewusst: Er engagierte die «Hüsser+Partner Architekten AG» aus Muri für die Planung, zumal das Unternehmen bereits mehrere Gebäude in der Altstadt umgebaut hatte. Auch für Jonas Kallenbach, Bauberater vom Denkmalschutz sind die Funde nicht überraschend: «Jedes 800-jährige Haus hat seine versteckten Schätze.» Es freue ihn sehr, dass der Erhalt dieser Funde allen Beteiligten sehr am Herzen lag.

Trotz nicht alltäglichen Umständen auf der Baustelle musste sich das Planerteam nie die Haare raufen. Im Gegenteil: «Es ist immer etwas Spannendes in solchen Gebäuden arbeiten zu können. Man kann nie wissen, welche Funde die Liegenschaften hervorbringen», sagt Hüsser.