Altlasten
Badener Einwohnerrätin fordert die Sanierung von mit Blei kontaminiertem Boden bei der Allmend – wer dafür zahlen muss, ist allerdings unklar

Der ehemalige Kugelfang der Schiessanlage Belvédère direkt bei der Allmend ist mit Schwermetallen belastet. Die Grüne Corinne Schmidlin will, dass der Boden saniert wird. Warum die Stadt Baden das Postulat vorläufig nicht entgegennimmt.

Zara Zatti
Drucken
Teilen
Das ehemalige Schützenhaus wurde 2015 zu Wohnungen umgebaut. Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch der 50-Meter-Kugelfang vom Blei befreit.

Das ehemalige Schützenhaus wurde 2015 zu Wohnungen umgebaut. Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch der 50-Meter-Kugelfang vom Blei befreit.

Andreas Fahrländer

Als auf der Schiessanlage Belvédère in Baden noch geschossen wurde, fing ein Erdwall, ein sogenannter Kugelfang, die fehlgeschlagenen Geschosse ab. Heute ist der Schiessstand verschwunden, im ehemaligen Schützenhaus befinden sich Wohnungen und auf dem Areal, über das die Geschosse flogen, wird Tennis und Fussball gespielt.

Nicht verschwunden sind die Altlasten, welche der Schiessstand hinterlassen hat. Auf einer Karte des Kantons Aargau ist im Bereich des ehemaligen Kugelfangs eine Fläche von rund 2400 m2 blau eingefärbt. Blau bedeutet: «belastet, untersuchungsbedürftig». Grund sind Rückstände der Kugelgeschosse aus Schwermetall, welche sich noch immer in der Erde befinden.

Im Zuge der Wohnüberbauung Belvédère nahm die Stadt 2016 auf dem ehemaligen Schiessgebiet schon einmal eine Altlastensanierung vor, weil der Boden stark mit Blei belastet war. Saniert wurde allerdings nur der Kugelfang der 50-Meter-Schiessanlage. Der Kugelfang der 300-Meter-Anlage sanierte die Stadt nicht.

Der kontaminierte Boden befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Pfadiheim

Die grüne Einwohnerrätin Corinne Schmidlin fordert den Stadtrat von Baden nun in einem Postulat auf, die Sanierung des belasteten Gebiets zu prüfen. «Der Boden ist mit Blei und anderen Schwermetallen kontaminiert, das müssen wir dringend angehen», sagt sie. Besonders störend empfindet sie es, dass sich der belastete Boden in unmittelbarer Nähe zur Spielwiese und dem Pfadiheim befindet. «Immer wieder durchforsten Kinder und Jugendliche die Altlast und riskieren so Gesundheitsschäden oder einen Unfall.»

Zwar ist der Kugelfang mit einem Zaun abgesperrt, doch dieser sei nur notdürftig und lückenhaft errichtet worden. «Wenn man die Altlast schon nicht saniert, dann muss man sie zumindest genügend sichern, das ist auch vom Bund so vorgegeben.» Schmidlin findet es nicht gerecht, die Altlast den kommenden Generationen zu hinterlassen: «Wir haben sie verursacht, also müssen wir sie auch beseitigen.»

Hinzu kommt, dass der Kugelfang grösstenteils in einer Grünzone liegt. Die Bau- und Nutzungsordnung gibt vor, dass Grünzonen der Erholung als Spiel- und Grünanlagen dienen sollen. «Das Areal ist momentan aber bewaldet und somit nicht zonenkonform. Auch ein belasteter Kugelfang passt definitiv nicht in ein Erholungsgebiet», sagt Schmidlin. Als Aufwertung kann sie sich beispielsweise einen schattigen Platz mit Bänken vorstellen.

Wer muss für die Sanierung bezahlen?

Nicht ganz klar ist, wer sich einer allfälligen Sanierung annehmen müsste. Denn der Kugelfang liegt auf einer Parzelle der Ortsbürgergemeinde. Im Umweltrecht gilt allerdings das Verursacherprinzip, wonach der Verursacher der Bodenbelastung auch die Kosten zu tragen hat. Schmidlin rechnet damit, dass hauptsächlich die Stadt Baden zur Rechenschaft gezogen wird.

Laut Angaben der Stadt Baden prüft das Büro des Einwohnerrates momentan die Zulässigkeit des Vorstosses und auch die Frage, wer sich der Sanierung annehmen müsste.

Aktuelle Nachrichten