Jahrzehntelang stand die Zentrumswiese als möglicher Standort für ein Alterszentrum im Vordergrund. Damals waren Gebäude mit insgesamt 30 bis 50 Betten geplant. «Aus wirtschaftlichen Gründen müssen es mindestens 90 Betten sein», sagte Gemeinderat Anton Möckel am Informationsabend der Gemeinde.

Er ist auch Mitglied des Vereins Alterszentrum Würenlos. Weiter teilte Möckel mit, dass der Verein beabsichtige, sich für den Betrieb eine Partnerorganisation zu suchen: «Damit können wir die Kosten weiter senken.» Er betonte, dass das Projekt nicht einem Investor übergeben werden solle.

Der grössere Platzbedarf hatte den Gemeinderat veranlasst, neben der Zentrumswiese das Areal Wiemel als möglichen Standort ins Auge zu fassen. Diese Idee stiess auf wenig Begeisterung. Innert kurzer Zeit kam eine Initiative zustande, die verlangt, dass an der Gemeindeversammlung am 11. Juni über den Standort abgestimmt wird.

Fast 10 Millionen aufgewendet

«Wir wollen wissen, was sie denken», sagte Gemeindeammann Hans Ulrich Reber eingangs des Anlasses. Wissen wollte die Versammlung, wie viel die Gemeinde bisher für Planung und Landerwerb aufgewendet habe.

«Bei der Zentrumswiese sind es rund 4,4 Millionen Franken, im Wiemel etwa 5,2 Millionen», sagte Reber. Ein Versammlungsteilnehmer sagte, in Würenlos gäbe es Mächte, die den Gemeinderat zum Vorschlag Wiemel getrieben hätten.

Reber verneinte: «Wir haben im Dorf keine dunkeln Mächte, aber das grössere Heim ist unserer Ansicht nach zu mächtig für die Zentrumswiese.» Ein weiterer Versammlungsteilnehmer erzählte von seiner Mutter, die im Altersheim Zollikon lebt. Dieses befinde sich im Zentrum des Ortes und solle nun an die Peripherie verlegt werden.

«Die Bewohner sind konsterniert, sie fühlen sich weggedrängt», sagte der Mann und erntete Applaus. Applaus erntete auch der Redner, der mehr Respekt gegenüber den älteren Menschen forderte: «Sie haben das Recht, inmitten des Dorfes leben zu dürfen.»

Auf der Zentrumswiese steht auch die der Gemeinde gehörende Zentrumsscheune. «Weshalb wird sie nicht abgerissen?», fragte eine Versammlungsteilnehmerin. «Der Verein möchte die Scheune erhalten», sagte Möckel. Über die Verwendung der Scheune bestehe noch keine Klarheit. Weiter versicherte er, dass im eine Cafeteria geplant sei.

Planung beginnt von vorne

An der Gemeindeversammlung am 11. Juni wird der Standortentscheid gefällt. Votieren die Stimmberechtigten für die Zentrumswiese, beginnt ein neuer Planungsprozess. «Er dürfte 17 bis 35 Monate dauern», sagte Reber.

Denn zuerst müsste der Masterplan und der Gestaltungsplan angepasst werden. Damit würde die Voraussetzung für ein Baubewilligungsverfahren geschaffen. Es dürfte rund 20 Monate dauern. Im Wiemel sollte ein Baubewilligungsverfahren ohne Master- und Gestaltungsplan reichen. Kommentar rechts