Baden
Am KSB operieren die Ärzte dank neuer 3D-Technik präziser – warum das auch Studenten freut

Das Kantonsspital Baden hat seine sechs Operationssäle für 2,3 Millionen Franken mit der neusten 3D-Technologie ausgerüstet.

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Das Kantonsspital Baden hat die sechs OP-Säle mit moderner 3D-Technologie ausgestattet. zvg

Das Kantonsspital Baden hat die sechs OP-Säle mit moderner 3D-Technologie ausgestattet. zvg

Garcia Lainez Stefanie;zvg;

Müssen Chirurgen einen Tumor in der Bauchhöhle entfernen oder eine Hernie- oder Gallenblase operieren, machen sie das heutzutage nicht mehr am offenen Bauch, sondern mithilfe eines sogenannten Laparoskops. Dieses spezialisierte Endoskop ist mit Kameras versehen und überträgt die Bilder aus dem Innern des Körpers auf einen Bildschirm. So funktioniert es auch in den Operationssälen im Kantonsspital Baden (KSB). Nur: Die IT-Software, die hinter diesem System steckt, war in die Jahre gekommen, das Risiko von Systemabstürzen wurde immer grösser.

Ein schwarzer Bildschirm sei bei einem laparoskopischen Eingriff der Albtraum eines jeden Chirurgen, sagt Chefarzt Antonio Nocito, Direktor des Departements Chirurgie am KSB. Deshalb entschied sich das Kantonsspital, die Systemsteuerung für rund 2,3 Millionen Franken komplett zu erneuern. Seit Kurzem verfügen alle sechs Operationssäle nun über eine einheitliche, topmoderne 3D-Technologie. «Eine Infrastruktur, die Massstäbe setzt», heisst es in einer Medienmitteilung.

Live-Übertragung möglich

Neben der Systemsteuerung ersetzte das KSB auch die Laparoskope. «Die Qualität der Bilder lässt nun keine Wünsche mehr offen», sagt Antonio Nocito. «Und da man alle drei Dimensionen sieht, kann man die Eingriffe noch präziser vornehmen.» Die Technologie ermöglicht auch Live-Übertragungen. Diese Funktion wird vor allem bei Aus- und Weiterbildungen genutzt. Nocito: «Während der Operation kann man die Bilder aus dem Körperinnern des Patienten beispielsweise in einen Hörsaal übermitteln und den Studierenden sehr anschaulich erklären, wie ein Eingriff funktioniert.»

Darüber hinaus bieten die neuen OP-Säle noch weitere Vorteile. Da die Eingriffe flexibler geplant werden können, verspricht sich das KSB eine höhere Auslastung der Räumlichkeiten und geringere Wartezeiten für die Patienten und Patientinnen. Pro Monat werden im KSB rund 600 minimal-invasive Operationen vorgenommen. Die Tendenz ist steigend.

«Dank dem Upgrade der Systemsteuerung sind wir für die nächsten Jahre gut gerüstet», sagt KSB-CEO Adrian Schmitter. Zudem sei die Investition nachhaltig, da die Technologie dereinst in den Spital-Neubau überführt werden könne. Der Spatenstich für den 450 Millionen Franken teuren Neubau ist in der zweiten Hälfte 2018 vorgesehen. Die Inbetriebnahme des neuen Spitals ist für 2022 geplant.(az)