Seit Jahrzehnten unterhält die Armee am Reussufer in Künten eine Übersetzstelle. Von Zeit zu Zeit baut sie dort zu Übungszwecken Notbrücken über den Fluss. Noch mehr als von der Armee wird die Stelle aber von Spaziergängern, Badefreudigen und Bootsfahrern benutzt. Konkret: Die Besucher des Naherholungsgebiets stellen auf dem Kiesplatz ihre Fahrzeuge ab. Das hat sich mit der Zeit so eingebürgert und wird seit Jahrzehnten von der Armee geduldet.

Doch diese Lösung ist nicht nachhaltig. «Sollte die Armee ihren Platz eines Tages aufgeben oder veräussern, müssen wir eine neue Lösung parat haben», sagte Gemeindeammann Werner Fischer an einer Informationsveranstaltung Anfang Woche. Denn: «Wegen des Reussuferschutzdekretes ist ein Parkplatz an der Übersetzstelle nicht bewilligungsfähig. Es wäre fatal, wenn wir im Naherholungsgebiet Sulz eines Tages keinen öffentlichen Parkplatz mehr hätten.» Ziehe das Gebiet doch das ganze Jahr hindurch zahlreiche Besucher an. «Ohne eine geeignete Alternative wäre das Wildparkieren vorprogrammiert», sagte Fischer. Deshalb sah sich der Künter Gemeinderat veranlasst, nach einer neuen Lösung zu suchen.

Abhilfe soll nun das Areal der ehemaligen Abwasserreinigungsanlage des Abwasserverbands Künten Bellikon dienen, rund 500 Meter flussaufwärts. Dort möchte der Gemeinderat einen öffentlichen Parkplatz mit 80 Plätzen, Veloparkplätzen und einer öffentlichen Toilette realisieren. Auch Ausgleichsmassnahmen, wie zum Beispiel ein Biotop, sind auf dem Areal vorgesehen. Die Kläranlage ist seit der Inbetriebnahme der ARA Region Stetten im Januar 2015 stillgelegt. Sprich, es ist nur das neue Pumpwerk in Betrieb, das von dort Abwasser der Gemeinden Fischbach Göslikon, Bellikon und Künten in Druckleitungen über eine Länge von 3,7 Kilometern in die ARA Region Stetten pumpt.

Vorübergehende blaue Zone

«Ein Parkplatz auf dem ehemaligen ARA-Areal ist eine bewilligungsfähige und nachhaltige Lösung für den Sulzer Naherholungsraum», sagte Fischer. Die Lage sei zentral, zwischen Restaurationsbetrieben, dem Campingplatz Sulz und der Übersetzstelle der Fähre gelegen. Dabei betonte Fischer, dass man eine monetäre Parkraumbewirtschaftung erst einführen werde, wenn sich die Gemeinden des Regionalplanungsverbands Mutschellen-Reusstal-Kelleramt gemäss einer Absichtserklärung einmal für ein einheitliches System in ihrem Perimeter ausgesprochen haben. «Bis es soweit ist, wollen wir vorübergehend eine blaue Zone mit definierter Parkzeit einführen. Damit verhindern wir das Langzeitparkieren», so der Gemeindeammann.

Die Kosten für das Vorhaben belaufen sich auf rund 280 000 Franken. Der entsprechende Kredit wird der Gmeind am 23. November unterbreitet.