Earth Hour

Am Samstag hiess es Licht aus – bei vielen Gemeinden geschieht dies auch sonst

Lichter aus! Baden und Wettingen machen an der «Earth Hour» mit und schalten am Samstagabend um Punkt 20.30 Uhr die Beleuchtungen ab.

Lichter aus! Baden und Wettingen machen an der «Earth Hour» mit und schalten am Samstagabend um Punkt 20.30 Uhr die Beleuchtungen ab.

Weltweit schalten heute Abend Städte und Dörfer Strassen- und Gebäudebeleuchtungen aus. Auch Baden und Wettingen machen an der «Earth Hour» mit. In der Region ist Licht-Sparen längst en vogue.

Um Punkt 20.30 Uhr am Samstagabend verschwinden das Kloster Wettingen, das Kreuz auf dem Sulperg sowie die Bibliothek und das Rathaus im Dunkeln. Auch in der Badener Innenstadt bleibt die Strassenbeleuchtung für 60 Minuten aus. Die Schlossruine Stein und die Kirche werden nicht beleuchtet.

Der Grund: Heute findet zum siebten Mal die «Earth Hour» statt. Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt löschen zwischen 20.30 und 21.30 Uhr die Lichter. Die Aktion unter Federführung des WWF soll die Menschen zum Stromsparen animieren und ihnen den Klimawandel einmal mehr bewusst machen.

Das offizielle Video zur Earth Hour 2015

Das offizielle Video zur Earth Hour 2015

Während der «Earth Hour» spielt das Djembé-Ensemble von Pit Gutmann ein Trommelkonzert auf dem Theaterplatz in Baden. «Stadtwanderer» Benedikt Loderer wird zum Thema Energie sprechen.

Baden und Wettingen sind zwar die einzigen zwei Gemeinden im Bezirk, die Projekte im Rahmen der «Earth Hour» ankündigten, doch eine Umfrage bei den grösseren Gemeinden in der Region zeigt, dass sie verschiedenste Konzepte anwenden, mit denen sie fürs Klima Energie und fürs Portemonnaie Geld sparen, sowie die nächtliche Lichtverschmutzung reduzieren.

Zum Standard in allen Gemeinden gehört dabei das Umrüsten auf LED-Beleuchtung. Dagegen ist das vollständige Lichterlöschen, wie es die Stadt Baden ab September fast auf dem gesamten Stadtgebiet umsetzen wird, ein strittiges Thema.

Einige Gemeinden, wie zum Beispiel Spreitenbach verzichten auf eine komplette Nachtabschaltung, weil für sie die Sicherheit beziehungsweise das Sicherheitsgefühl der Einwohner Priorität hat. Spreitenbach fährt die Beleuchtung nachts stattdessen auf 50 Prozent zurück.

Andere Gemeinden haben positive Erfahrungen gemacht mit der Nachtabschaltung. Ein Beispiel dafür ist Würenlos: Seit Anfang 2013 wird dort die Beleuchtung in einigen Strassen nachts ganz abgeschaltet.

20 000 Franken spart die Gemeinde dadurch jährlich. Eine Pionierrolle spielt das Dorf bei den schlauen Lampen: Die Gemeinde führte bereits 2012 eine sogenannte intelligente Strassenbeleuchtung ein.

Die LED-Lampen strahlen dabei nur ganz schwach und beginnen sofort hell zu leuchten, wenn jemand vorbeigeht. Dazu registrieren Sensoren an den Kandelabern die Bewegung.

Inzwischen ist ein weiterer Strassenzug umgerüstet worden. Zu den schlauen Lampen sagt Gemeindeammann Hans Ulrich Weber: «Wir sind sehr zufrieden mit dieser Beleuchtung. Deshalb gilt: Was wir neu aufstellen, wird mit intelligenten Leuchten erstellt.»

Auch Mellingen schaltet auf Nebenstrassen zwischen 1 und 5 Uhr die Lichter komplett aus; auf den Hauptstrassen wird auf 50 Prozent heruntergefahren.

Untersiggenthal ist diesbezüglich etwas zaghafter unterwegs. Zwar rüstet die Gemeinde schrittweise auf LED um, beim Dimmen oder ganz Abschalten hält sie sich aber bisher noch zurück. «Wir wollen in einem einzelnen Strassenabschnitt oder einem Quartier eine Nachtabsenkung ausprobieren», sagt Gemeinderätin Therese Engel Hitz.

Obersiggenthal wird innert vier Jahren seine gesamte Strassenbeleuchtung auf LED umstellen. 850 000 Franken kostet es, die rund 1000 Leuchten im Dorf zu ersetzen.

Zwischen 22 und 5 Uhr werden einzelne Strassen und Wege gedimmt – teilweise bis auf 20 Prozent der Normalbeleuchtung. Mit diesem Konzept reduziert die Gemeinde ihre Energiekosten für die Strassenbeleuchtung auf 30 Prozent der bisherigen Kosten. So spart sie jährlich 70 000 Franken.

Beim Lampenabschalten ist Wettingen ein alter Hase. Zwischen 00.30 und 5 Uhr wird jede zweite Strassenlampe ausgeschaltet. Wie lange genau das schon so gemacht wird, lässt sich nicht mehr feststellen.

Gemeinderat Roland Kuster, der das Ressort Elektrizität- und Wasserwerke leitet, schätzt, dass dies sicher über 45 Jahre so gemacht werde. «Es ist aber gut möglich, dass es seit Einführung der elektrischen Beleuchtung so gemacht wird.»

Ganz neu ist dagegen die intelligente Strassenbeleuchtung auf der Fohrhölzlistrasse beim Werkhof. Was die Technik der schlauen LED-Leuchten betrifft, so stellt Kuster klar: «Nur aus Energiespargründen lohnt sich die Investition bei den heutigen Energiepreisen nicht.» Immer wichtiger werde es hingegen, die Lichtverschmutzung zu reduzieren.

Anders sieht es bei einer kompletten Nachtabschaltung von LED-Lampen aus: Martin Koch, Abteilungsleiter Tiefbau bei der Stadt Baden sagt, die Stadt spare mit dem jetzigen Konzept mit Normalbeleuchtung 80 000 Franken pro Jahr. «Ist erst mal die Stadtbeleuchtung auf LED umgestellt, sollten immer noch Einsparungen von 40 000 bis 50 000 Franken möglich sein».

Lichter löschen lohnt sich also so oder so – auch zu Hause.

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