Streit in Killwangen

«Ammann Biasca hat unsere Familie gemobbt»

Killwangen Dorfansicht

Killwangen Dorfansicht

Anita Szasz hat den Stein ins Rollen gebracht, der schliesslich zum Rücktritt des ganzen gemeinderates führte. Im Interview äussert sie sich zum Konflikt mit Cornelia Biasca.

Frau Szasz, Sie haben Gemeindeammann Cornelia Biasca wegen der angeblichen Amtsgeheimnisverletzung angezeigt. Was hat sie Ihnen erzählt oder geschrieben?

Anita Szasz: Frau Biasca hat Dinge über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde, von Gemeinderäten und deren Familien, aber auch von Personen aus Killwangen und Spreitenbach erzählt und gemailt. Dinge, von denen sie nach meiner Meinung nur Kenntnis haben konnte, weil sie Gemeindeammann ist.

Was war der Inhalt der Amtsgeheimnisverletzung?

Szasz: Dazu kann ich keine näheren Angaben machen, da es sich teilweise um sehr diskrete Aussagen handelt. Aber glaubenSie,esist nichteinfach, gegen gewisse Leute keine Vorurteile zu haben, wenn man Dinge weiss, die man nicht wissen dürfte, und auch nicht sicher ist, ob diese wahr sind.

Haben Sie mit den angeblich beschuldigten Personen gesprochen?

Szasz: Zum Teil, aber da es sich um das laufende Verfahren handelt, möchte ich mich darüber nicht äussern.

Wie sind Sie in den Besitz der Informationen gekommen?

Szasz: Frau Biasca hat mir vieles mitgeteilt. Manchmal hat sie mich direkt nach einem Geschehnis angerufen oder mir ein Mail geschrieben.

In Interviews hatte Biasca erklärt, sie habe einmal etwas gesagt. War das in einem Gespräch mit Ihnen?

Szasz: Ja. Sie hat am 10.9.2010 im Tele M1 gesagt: «Jawohl, ich habe über den Mitarbeiter etwas erzählt, was ich nicht hätte tun dürfen.» Diese Aussage war auch der Auslöser für unsere missliche Lage. Schriftlich wie auch mündlich ersuchte ich diesbezüglich Frau Biasca auch um ein Gespräch, welches sie bis heute ablehnt.

Basiert die Anzeige auf schriftlichen Dokumenten von Biasca?

Szasz: Teilweise ja.

Welche Daten tragen die Dokumente?

Szasz: Die Dokumente wurden zwischen Oktober 2009 und Juni 2010 verfasst.

Wann haben Sie die Anzeige erstattet?

Szasz: Unser Problem war, dass Frau Biasca anfing, unsere Familie zu mobben, Unwahrheiten erzählte und schrieb sowie uns aus einer öffentlichen Veranstaltung ausschloss. Deshalb nahmen mein Mann und ich am 1. Juli 2010 einen Termin beim Bezirksamt für eine Beratung wahr. Bei meinen Erklärungen und der Einsicht meiner Akten hat dieser festgestellt, dass es sich um Offizialdelikt handelt. Er hat das Verfahren von Amtes wegen eröffnet, eine Anzeige im üblichen Sinne musste ich nicht einreichen.

Sie sagen, dass Frau Biasca angefangen habe, Ihre Familie zu mobben, wie ist das geschehen?

Szasz: An Veranstaltungen wurden wir von Frau Biasca demonstrativ nicht mehr begrüsst. Ebenso hat sie unsere Grüsse nicht angenommen und den Kopf weggedreht und uns so vor den Anwesenden blossgestellt. Am schlimmsten sind und waren aber die Unterstellungen und Unwahrheiten, die sie über uns verbreitet.

Ihre Tochter hat früher in der Gemeindeverwaltung Killwangen gearbeitet, hat der Weggang mit dem Konflikt zwischen Ihnen und Frau Biasca zu tun?

Szasz: Ja.

Haben Sie oder Ihre Angehörigen durch die Amtsgeheimnisverletzung in irgendwelcher Form Schaden erlitten? Wenn ja, in welcher?

Szasz: Natürlich, so etwas geht nicht spurlos an uns vorbei. Die Äusserungen und das Verhalten von Frau Biasca haben bei mir zu einer grossen Beunruhigung, zu Kopfschmerzen und schlaflosen Nächten geführt. Leider hören die Unterstellungen bis heute nicht auf. So entspricht es nicht der Tatsache, dass uns ein Gemeinderat zur Anklage geraten hat oder unser Anwalt mit einem von ihnen in Verbindung steht.

Nach der Anzeige ist der Konflikt im Gemeinderat eskaliert, haben Sie das erwartet?

Szasz: In dieser Form nicht. Es brodelte um die Person von Frau Biasca schon lange und ich denke die Einleitung des Strafverfahrens hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

Wie war Ihr Verhältnis zu Cornelia Biasca, bevor diese die Amtsgeheimnisverletzung begangen hat?

Szasz: Man kann nicht sagen, dass wir Freundinnen waren, aber sicherlich gut bekannt. Durch mein Engagement im Dorf und als CVP-Parteikolleginnen hatten wir Kontakt miteinander. Dies hat sich auch auf unser privates Verhältnis ausgewirkt.

Sie waren Mitgründerin des Vereins Kultur Killwangen, hat das Ihr Verhältnis zu Biasca getrübt?

Szasz: Unser Verhältnis wurde nicht durch die Vereinsgründung getrübt, sondern durch ihr Verhalten und ihr Gerede im Vorfeld. Das war, bevor der Verein gegründet wurde. Weshalb sie gegen unseren Verein ist, können wir nur vermuten. Leider ist sie zu keiner Aussprache bereit. Dass sie ihren privaten Kleinkrieg führt, ist wahrscheinlich allen aufgefallen. Mit den Mitgliedern der Vereins- und Kulturkommission oder dessen Präsident, Gemeinderat Werner Scherer, hat das nichts zu tun. Zwischen uns gibt es keine Differenzen.

Wie interpretieren Sie den Rücktritt des gesamten Gemeinderates?

Szasz: Ich bedaure diesen sehr, sehe aber ein, dass man mit Frau Biasca nicht zusammenarbeiten kann. Nach meiner Meinung weiss sie am besten, wem sie was erzählt oder geschrieben hat und wie viele Rücktritte, Kündigungen und Streitigkeiten es wegen ihrer Person gegeben hat. Nun muss die Killwangener Bevölkerung für ihre Machtgehabe büssen.

Nun stehen Neuwahlen bevor, werden Sie selber kandidieren oder sich am Wahlkampf beteiligen?

Szasz: Eine Kandidatur ist kein Thema für mich.

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