Ehrendingen
Ammann Hans Hitz: «Die Zeit des grossen Wachstums endet»

In den nächsten Jahren erwartet Hans Hitz, seit Anfang Jahr Ammann von Ehrendingen, dass das Bevölkerungswachstum abflacht. Dieses Jahr dürften die letzten freien Flächen überbaut werden. Weitere Einzonungen sind vorerst nicht zu erwarten.

Pirmin Kramer
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Ammann Hans Hitz geht davon aus, dass Ehrendingens Wachstum bald abflacht.

Ammann Hans Hitz geht davon aus, dass Ehrendingens Wachstum bald abflacht.

Sandra Ardizzone / Pirmin Kramer

Die neusten Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung Ehrendingens sind seit Mitte Januar bekannt: Wie schon in den vergangenen Jahren ist die Bevölkerungszahl auch 2013 deutlich angestiegen (+ 4,7 Prozent). Die 4500-Einwohnermarke wurde geknackt – Anfang Jahr wohnten 4522 Menschen in Ehrendingen.

Wie stark die Gemeinde zuletzt wuchs, verdeutlicht ein Vergleich: Seit dem Jahr 2002 stieg die Bevölkerungszahl um 38 Prozent an. In der Stadt Baden hingegen erhöhte sich die Bevölkerungszahl seit dem Jahr 2000 um vergleichsweise tiefe 13 Prozent.

Bautätigkeit nimmt ab

Der neue Ehrendinger Gemeindeammann Hans Hitz vermutet, dass die hohen Wachstumszahlen bald der Vergangenheit angehören. «Die Zeit des grossen Wachstums endet», sagt er.

«Grund für die abflachende Wachstumskurve ist der Fakt, dass im Laufe dieses Jahres die letzten freien Flächen der Gemeinde überbaut werden. Danach gibt es keinen Platz mehr, um grössere Bauvorhaben zu realisieren.» 2014 würden die Baukräne das Ehrendinger Ortsbild immer weniger dominieren, die Bautätigkeit werde abnehmen, erklärt Hitz.

Die Kräne hätten in der Vergangenheit so dicht beieinander gestanden, dass ihre Bewegungen wie eine Ballettaufführung wirkten, sagte er am Neujahrsapéro.

Ab 2015 tiefere Wachstumsraten

Dieses Jahr werde Ehrendingen noch ein letztes Mal ähnlich stark wachsen wie im vergangenen Jahrzehnt, aber schon 2015 und 2016 erwarte er deutlich tiefere Wachstumsraten, erklärt der Gemeindeammann.

Wie stark die Einwohnerzahl danach wachsen werde, hänge mit der Frage zusammen, wie genau die neue Bau- und Nutzungsordnung aussieht, die derzeit erarbeitet wird. Er rechne nicht damit, dass Ehrendingen je wieder so stark wachsen werde wie zuletzt. Der kantonale Richtplan erlaube vorerst keine neuen Einzonungen. «Ausserdem glaube ich nicht, dass in unserer Gemeinde Hochhäuser gebaut werden, auch wenn verdichtetes Bauen zur Diskussion steht», sagt Hitz weiter.

Sein Vorgänger Renato Sinelli hatte gegenüber der az (1. März 2013) noch erklärt, das Wachstum zu stoppen wäre ein Fehler. Innovative Lösungen seien bei der Zonenplanrevision anzustreben, in gewissen Zonen könnte in die Höhe gebaut werden. Er nannte etwa die Vision, dass beim Restaurant Höhtal ein Hochhaus gebaut werden könnte.

Bezirksweit auf Rang drei

Im Bezirk Baden gibt es nur zwei Gemeinden, die gemäss Statistik des Kantons Aargau zwischen 1997 und 2012 prozentual stärker gewachsen sind als Ehrendingen: Niederrohrdorf (+ 44,5 Prozent) und Mägenwil (+ 41,6 Prozent) belegen die vordersten Plätze. Am anderen Ende dieser Bezirksrangliste liegen Bergdietikon (+ 8,7 Prozent), Künten (+ 8,1 Prozent) und Ennetbaden (+ 6,2 Prozent).

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