«Dieser Schritt war absehbar», kommentiert der Würenloser FDP-Präsident Consuelo Senn den Eintritt von Gemeindeammann Hans Ulrich Reber in die SVP (wir berichteten).

Nach seinem Austritt aus der FDP war der Gemeindeammann bei den Gesamterneuerungswahlen als Parteiloser bestätigt worden. Wie für Senn ist für Luca Hoessly von der SP-Ortspartei und Siegfried Zihlmann, Präsident der CVP Würenlos Rebers Schritt unbestritten positiv.

FDP hofft auf weitsichtigere Politik

«Für die FDP ändert sich nichts», sagt Consuelo Senn. Ihr Verhältnis zum Gemeindeammann hatte die Partei bereits vor den letztjährigen Gesamterneuerungswahlen geregelt.

Sie unterstützte ihn nicht mehr, worauf Reber aus der FDP austrat. «Die SVP hat Reber im Wahlkampf unterstützt. Damit waren die Weichen für den Parteieintritt gestellt», sagt Senn.

Reber bleibe auch nach dem Eintritt als Mensch derselbe, führt er weiter aus: «Eventuell wird er aber mehr durch seine neue Partei beeinflusst.» Schliesslich mache es Sinn, wenn ein Gemeindeammann eine Partei im Rücken habe.

Consuelo Senn ist überzeugt, dass die Wahl der beiden jungen Gemeinderäte Nico Kunz (FDP) und Lukas Wopmann (BDP) zu einer weitsichtigeren politischen Gangart führen wird: «Damit dürfte sich für Würenlos alles zum Besseren wenden.»

CVP hofft auf bessere Führung

«Damit ist die CVP die einzige grosse Partei, die in Würenlos keinen Gemeinderat stellt», sagt CVP-Ortsparteipräsident Siegfried Zihlmann. Er habe grundsätzlich erwartet, dass Reber sich wieder einer Partei anschliessen werde.

Das Verhältnis zwischen der Partei und Reber werde sich deshalb nicht ändern: «In der Gemeindepolitik stehen Sachthemen und nicht persönliche Beziehungen im Vordergrund.»

Die CVP hatte Reber im Wahlkampf ausdrücklich nicht unterstützt: Sie strebte einen Wechsel im Gemeinderat an und trat mit einem eigenen Kandidaten an. Dieser wurde nicht gewählt. Zihlmann hofft, dass Reber von der SVP etwas besser geführt wird.

SP begrüsst Parteieintritt

«Ich finde es gut, dass Reber wieder Anschluss an eine Partei gefunden hat», sagt Luca Hoessly (SP). Ihn überrascht auch nicht, dass es die SVP ist. Reber habe immer bürgerlich politisiert. «Jetzt hat Reber wieder eine politische Basis, was seine Position sicher stärken wird.»