Der Duft von geröstetem Kaffee vermischt sich mit Weihrauch – typisch für den Brauch der eritreischen Kaffeezeremonie. Doch die kleine Menschentraube hat sich hauptsächlich aus einem anderen Grund auf dem Bahnhofplatz versammelt: Die Lokalgruppe Baden von Amnesty International hat zur Vernissage der Wanderausstellung «Fluktuation – Geschichten unterwegs» geladen.

Was von aussen aussieht wie ein verschnörkelter Holzcontainer, hat es in sich: Die Ausstellung bringt gewisse Besucher zum Lachen, andere stimmt sie nachdenklich. In Hörmuscheln, die von der Decke hängen, lauschen Einheimische und Flüchtlinge Seite an Seite Kindergeschichten aus verschiedenen Kulturen. Mehrere Tablets an den Wänden vermitteln Zahlen und Fakten zum Thema Flucht. «Das mediale Interesse an Geflüchteten ist in letzter Zeit abgeflaut. Umso wichtiger ist es, dass wir das Thema wieder auf die Strasse bringen», sagt Sonja Koch, die Ausstellungsmacherin.

Fakten zu Fluchtursachen

«Fluktuation» hat den Anspruch, sowohl zu unterhalten, als auch Fakten zu vermitteln. So wird unter anderem dargelegt, welche Auswirkungen Waffen- und Rohstoffhandel auf Fluchtursachen haben können. Aber auch Themen wie Meinungsfreiheit werden in der Ausstellung angeschnitten. «Wir setzen uns für Menschen ein, die zum Beispiel wegen ihrer politischen Meinung im Gefängnis sitzen – oder ihr Land verlassen mussten.

So gesehen ist unser Engagement hier in Baden Teil einer weltweiten Begegnung. Daher auch unser Motto: Lokal handeln, global wirken», fasst Gioia da Silva, Leiterin der Lokalgruppe Baden von Amnesty International die Motivation hinter der Ausstellung zusammen.

«Mit unserem Engagement für Menschenrechte setzen wir ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt», ergänzt Melanie Senn, Aktivistin der Gruppe. Das verkörpert auch die Ausstellung: An den Wänden prangt die schematische Darstellung eines urschweizerischen Kachelofens gleich neben einem arabischen Schriftzug. Vielfältig, und doch harmonisch vereint. (az)