Die Heilpädagogische Schule Wettingen (HPS) stand bis anhin in der Kritik, weil sie in den letzten Jahren jeweils ein Defizit unter den Rechnungsstrich schreiben musste. Nun hat der Einwohnerrat am Donnerstagabend das Budget für die HPS von einem Minus von 57 500 Franken auf eine schwarze Null herunter gespart. Die Schüler müssen den Gürtel enger schnallen; einige Einwohnerräte waren besorgt, es könnte zu eng sein. So äusserte Alain Burger Co-Fraktionspräsident SP/Wettigrüen Besorgnis über die künftige Qualität der Schule. Und fügte an, man solle mit dem Kanton über dessen Beiträge verhandeln. Unter den verschiedenen Sparmassnahmen fand sich auch ein Posten zu den Lebensmitteln: Helen Suter (EVP) gab zu bedenken, dass das Budget für eine Mahlzeit pro Kind unter fünf Franken liegen werde, wenn man bei den Lebensmitteln 7000 Franken einsparen wolle. «Jetzt bekommen die Kinder Gemüse und Fisch zu essen und lernen, sich gesund zu ernähren». Sie zweifelt, ob dies dann noch möglich sei.

Den Sorgen zum Trotz genehmigte der Einwohnerrat die Sparmassnahem mit 29 Ja- zu 16 Nein-Stimmen.

Rüge an Einwohnerräte

Christian Wassmer (CVP), Präsident der Finanzkommission, der die einzelnen Sparmassnahmen für die HPS vorstellte und beantragte, ist zwar zufrieden mit dem Sparresultat, er rügt den Einwohnerrat aber.» Die Gemeinde müsse überall Abstriche machen. «Doch sobald eine Sparmassnahme wehtut, machen viele Einwohnerräte einen Rückzieher:» Das sei nicht verantwortungsvoll. Er betont, dass die Schulleitung, die Schulpflege und der zuständige Gemeinderat Philippe Rey mit den jetzigen Sparmassnahmen für die HPS zufrieden sind. «Diesem Urteil sollten wir vertrauen.»

Wassmer hofft, dass man die schwarze Null in den kommenden Jahren halten werde. «Sollte dies nicht gehen, wird der Gemeinderat früher oder später mit dem Kanton über die Beiträge verhandeln müssen – auch über jene von Drittgemeinden und Eltern».

Schulleiterin der HPS, Margrit Wahrstätter hat den Rotstift schon vor der Spardebatte angesetzt. «Nächstes Jahr wird es nur noch ein Skilager geben.» Es sei eine Kompromisslösung, da es bisher immer zwei gab. Die Sparmassnahmen, die nun hinzukommen, könne man noch verkraften. «Die Lehrpersonen und alle Mitarbeitenden zeigen grossen Einsatz, sodass die Unterrichtsqualität noch nicht leidet», sagt Wahrstätter. Beim Essen habe sogar der Koch selber den Sparvorschlag gemacht. «Es wird neu zwei statt vier Dessert pro Woche geben», sagt sie. Die Reinigungsequipe wird rationeller arbeiten müssen; Projekte werden mit dem vorhandenen Material geplant, statt dass Neues zugekauft wird.

Wahrstätter nimmt sich auch selber in die Pflicht: «Bis vor wenigen Jahren durfte die effektive Schülerzahl plus oder minus fünf betragen. Seit der Kanton hier keinen Spielraum mehr zulässt, müssen wir die Zahl für das Budgetjahr so genau wie möglich angeben, damit wir die benötigten Beträge für das Lehrpersonal bekommen.»