«Bei uns ging der Verkauf von Gitzi und Milchlämmli in den letzten Jahren zurück», sagt Thomas Müller, Inhaber der Metzgerei Müller in Baden. Er stelle schon fest, dass Ostern weniger mit der Familie zelebriert werde, als dies früher üblich gewesen sei. Über Ostern sei Lammfleisch das am meisten gefragte – hauptsächlich Lammrückenfilet oder Lammracks. «Vieles ist aber auch wetterabhängig.»

«Im Detailhandel gehen hauptsächlich Osterhasen, Ostereier und Blumen über den Ladentisch», sagt Thomas Bornhauser, Leiter Kommunikation der Genossenschaft Migros Aare. «Die Vorlieben der Kundschaft haben sich nicht geändert.» Im Prinzip gebe es nur einen Faktor, der das Ostergeschäft beeinflusse: das Wetter. Stephanie Weiss, Coop-Medienbeauftragte der Verkaufsregion Nordwestschweiz, bläst ins gleiche Horn: «Im Ostergeschäft läuft alles gut, was mit Frühling zu tun hat.»

Auch Wein werde in diesen Tagen gut verkauft, fügt Weiss an. Auch bei Manor wird bestätigt, dass das Ostergeschäft ein sehr traditionelles sei. «Für uns ist es ein sehr wichtiges Geschäft, das stark in der Bevölkerung verankert ist», sagt die Medienverantwortliche Elle Steinbrecher. Auffällig sei, dass Kunden zu Ostern sehr viele Kuchenformen «in passender Form, beispielsweise eines Hasen, kaufen».

Geschäft mit Tulpen floriert

Für Floristen und Blumenhändler ist das Ostergeschäft nicht von grosser Bedeutung, wie gegenüber der az mehrere Badener Geschäfte bestätigen. «Spezifische Ostersachen sind nicht gross gefragt. Die Kunden kaufen vor allem Tulpen und Frühlingsblumen», sagt Silvia Zweifel, Geschäftsführerin vom Blumenhaus Tilia in Baden. Das habe aber hauptsächlich mit dem Frühling zu tun. «Weil Versuche mit einem grösseren Ostersortiment in früheren Jahren keinen Anklang fanden, verkaufen wir nur noch einzelne, ausgewählte Osterartikel», erklärt Zweifel. Einen Wandel der Kundenbedürfnisse habe sie in den letzten Jahren nicht feststellen können.