Paul Germann beeinflusste die testamentarischen Intentionen von Dr. John Alfred Brown, dem letzten Spross der kunstsinnigen Industriellenfamilie Sidney und Jenny Brown-Sulzer, massgeblich. Dieser setzte die Stadt Baden als Universalerbin ein mit dem Auftrag, Villa und Kunstsammlungen gebührend zu dokumentieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Respekt der Bevölkerung und der Dank seiner Wahlheimat Baden sind Paul Germann über das Grab hinaus gewiss.

Der Verstorbene wurde am 13. August 1929 in Lenzburg geboren und ist am Fusse des Schlosshügels in einer Handwerkerfamilie aufgewachsen. Er erlernte wie sein Vater den Malerberuf und bildete sich im Tessin als Vergolder und Schriftenmaler weiter. In jungen Jahren übernahm er nach dem Tod seines Vaters das elterliche Malergeschäft. Früh spezialisierte er sich auf die Renovation und Restaurierung von Villen und Schlössern. Eine enge Freundschaft verband ihn mit dem Lenzburger Maler und Komponisten Dr. Peter Mieg. Diese öffnete ihm manche Tore, so auch zu den vom Badener Architekten Karl Moser erbauten Brown-Villen in Baden. Seine Gattin Rosabianca, die aus dem Veneto stammte, unterstützte ihn tatkräftig.

Im Jahre 1971 übernahm Paul Germann auf Wunsch der Gebrüder Harry und John Brown die Verwaltung und Bewirtschaftung der Villa Langmatt. Er kannte die herrschaftliche Liegenschaft aus Aufträgen, die ihm in den Jahren zuvor Frau Jenny Brown-Sulzer erteilt hatte.

Die junge Familie mit den Kindern Monica und Andreas übersiedelte in das von den Browns eigens erstellte Verwalterhaus im Park der Langmatt. Paul Germann widmete sich fortan mit Freude und Umsicht der Pflege des Anwesens Langmatt und der Betreuung des letzten Villenbewohners John A. Brown, der nach einem Schlaganfall jahrelang an den Rollstuhl gefesselt war. Seine grosse Liebe aber war seine Familie, die ihn sehr unterstützte.

Nach der Gründung der Stiftung Langmatt und dem äusserst arbeitsintensiven Umbau der Villa zum öffentlich zugänglichen Museum stand er weitere vier Jahre bis zu seiner Pensionierung dem Betrieb vor. Neben ausgedehnten Reisen mit seiner Gattin in Europa und Übersee verfolgte er weiterhin mit Interesse und Wohlwollen die Entwicklung des Museums. Grosse Freude bereiteten ihm seine beiden Enkel David und Simon.

Ein harter Schlag aber waren Erkrankung und Tod seiner lieben Gattin im Jahr 2007. Während der letzten Jahre schwanden seine Kräfte zusehends, nie aber liess Paul Germann als stiller Mentor die Geschicke des Museums Langmatt aus den Augen.

Josef Bürge, ehemals Stiftungspräsident und Badener Stadtammann