Baden

Ana G. Voellmin: «Kirche ist viel mehr als der Sonntagsgottesdienst»

Seit Anfang des Jahres ist Ana G. Voellmin neue Kirchenpflege-Präsidentin der Kirchgemeinde Baden.

Seit Anfang des Jahres ist Ana G. Voellmin neue Kirchenpflege-Präsidentin der Kirchgemeinde Baden.

Seit dem 1. Januar 2019 hat die Kirchenpflege der reformierten Kirchgemeinde Baden eine neue Präsidentin. Die neue Kirchenpflege-Präsidentin Ana G. Voellmin will alte Baustellen in der Kirchgemeinde beseitigen.

Ana G. Voellmin ist für die Kirchenpflege der ganzen Kirchgemeinde verantwortlich, nachdem Paul Bruderer auf Ende der Amtsperiode als Präsident zurücktrat. Die Kirchgemeinde Baden besteht aus vier Teilkirchgemeinden. Die grösste ist Baden-Ennetbaden inkluslive Dättwil und Rütihof mit rund 4500 Mitgliedern. Die Teilkirchgemeinden Ehrendingen-Freienwil, Obersiggenthal und Untersiggenthal komplettieren den Bund.

Voellmin wirkte zuvor als Kirchenpflegerin und Co-Präsidentin in Baden-Ennetbaden. Die komplexe Struktur bringt einiges an Organisationsbedarf und Verantwortung mit sich, ist sich die 58-Jährige bewusst. Sie habe sich für das Amt zur Verfügung gestellt, weil diese Führungsaufgabe sie reize, sagt Voellmin: «Ich treffe eine im Grundsatz gut funktionierende Organisation vor. Und ich erkenne natürlich da und dort auch Verbesserungspotenzial. So stellt sich zum Beispiel bei der Aufgabenverteilung die Frage, wie viel Administration eine Pfarrperson selbst erledigen und wie viel das Sekretariat übernehmen soll.» Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Kommunikation intern und extern, die sie stärken will.

Näher ans Volk

Am meisten freut sich Voellmin auf das Projekt Gemeindeentwicklung, welches an der Kirchgemeindeversammlung im Juni zur Abstimmung gelangt. Mit diesem soll das Selbstverständnis der Kirche Baden gestärkt werden. «Die Kirche von heute steht vor ganz anderen Herausforderungen als jene vor 60  Jahren. Damals wurde die Kirche als wichtiger öffentlicher Player wahrgenommen.» Heute werde die Kirche nicht mehr automatisch angefragt bei Wertediskussionen. Das würden Experten von Psychologie bis Politik machen. 

Voellmins Ziel ist deshalb, dass die Kirche sich vermehrt in die öffentliche Diskussion einmischt. Voellmin betont, ihr grosses Anliegen sei es, dass bisher passive Kirchenmitglieder künftig vermehrt von den Angeboten und sinnstiftenden Einsatzmöglichkeiten der Kirche Gebrauch machen würden. Sei es durch Konzertbesuche oder als Freiwillige bei einen Koch-Einsatz für ein Weihnachtsessen. «Kirche ist viel mehr als der Sonntagsgottesdienst», sagt Voellmin und schwärmt von tollen Gemeinschaftserfahrungen.

Im Vorfeld des Projektes Gemeindeentwicklung will die reformierte Kirchgemeinde Baden an Plattformgesprächen Fragen von Mitgliedern zum Projekt und zu Möglichkeiten des Mitwirkens klären. Gemeinsame Entwicklung ist Voellmin wichtig, dazu gehört auch die Sanierung des Kirchgemeindehauses am Bahnhofplatz: «Im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens im Projekt Gemeindeentwicklung kann jede beteiligte Person ihre Ideen und Wünsche einbringen, wie sie sich ein neues Kirchgemeindeareal vorstellt. Schön wäre eine Begegnungszone, ein Treffpunkt für alle im Zentrum von Baden.»

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