Dietikon

Anders als Schlieren will Dietikon kein Grabfeld - die Muslime zeigen Geduld

Beim Dietiker Friedhof soll kein muslimisches Grabfeld entstehen.

Beim Dietiker Friedhof soll kein muslimisches Grabfeld entstehen.

Der Dietiker Stadtrat sieht davon ab, ein muslimisches Grabfeld einzurichten. Eine entsprechende Anfrage der Gesellschaft für Minderheiten in der Schweiz will er jedoch beantworten. Die Muslime der VIOZ wollen sich in Geduld üben.

Der Schlieremer Stadtrat möchte im Frühjahr 2014 ein muslimisches Grabfeld einrichten. In Dietikon, das einen ähnlich hohen Anteil muslimischer Einwohner hat, ist dies kein Thema. «Bisher sah der Stadtrat davon ab, Grabfelder für Muslime auszuscheiden», erklärt Stadtpräsident Otto Müller auf Anfrage der Limmattaler Zeitung.

Bereits vor Jahren waren Dietiker Muslime beim Stadtrat vorstellig geworden, um das Anliegen vorzutragen. Gehör haben sie nicht gefunden. Müller erklärt: «Der Stadtrat erachtet es als grosse Errungenschaft, dass Verstorbene aller Religionen gemeinsam und nicht getrennt, die letzte Ruhe finden können.» Allerdings sind Schweizer Friedhöfe in der Regel christlich geprägt.

Thema: «nicht kompliziert»

Wie Otto Müller erklärt, will der Stadtrat eine entsprechende Anfrage der Gesellschaft für Minderheiten in der Schweiz, deren Präsident der Dietiker alt Regierungsrat Markus Notter ist, beantworten. In einem Interview mit der Limmattaler Zeitung vom April 2012 hatte Notter zum Thema Grabfeld in Dietikon erklärt: «Ich hoffe sehr, dass ich mit den Verantwortlichen ins Gespräch komme und vermitteln kann.» Das Thema selber hält er für «nicht kompliziert und überbewertet».

VIOZ übt sich in Geduld

Die Vereinigung islamischer Organisationen Zürich (VIOZ) bedauert, dass Grabfelder in Dietikon «zum momentanen Zeitpunkt kein Thema» sind, wie Mediensprecher Muhammad M. Hanel gegenüber der Limmattaler Zeitung sagt. Da aber Erfahrungen, zumindest aus dem Nachbarland Österreich zeigten, dass im besten Fall bei gegebener Kooperationswilligkeit es Sache nur weniger Monate sei, ein muslimisches Gräberfeld einzurichten, nehme VIOZ die Dietiker Position zwar bedauernd, aber dennoch in angemessener Geduld zur Kenntnis.

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