Baden
Andreas Rölli ist Politiker aus Interesse

Der Bezirkspräsident der Sozial-Liberalen Bewegung Baden ist neu im Geschäft der Politik. Ihm sind Themen rund um Familie, Jugend und Bildung besonders wichtig.

dean fuss
Drucken
Teilen

Mitte März wurde die Sozial-Liberale Bewegung (SLB) Baden gegründet. Zum Präsidenten der Bezirkssektion wählten die Mitglieder den Ehrendinger Andreas Rölli. Auf den ersten Blick hat der 47-Jährige nicht viel von einem Politiker. Er wirkt sympathisch, ist offen und voller Tatendrang. Nicht, dass ihn diese Eigenschaften grundsätzlich zum Nichtpolitiker machen würden – aber irgendwie eben doch.

«Ich hatte keine einfache Kindheit», sagt der gebürtige Luzerner im persönlichen Gespräch. Im Alter von sechs Jahren hatten sich seine Eltern scheiden lassen. Rölli und seine drei Geschwister, ein älterer Bruder und zwei jüngere Schwestern, wuchsen in Kinderheimen und verschiedenen Pflegefamilien auf. Nach mehreren Stationen machte Rölli seine letzten beiden Schuljahre und auch den Abschluss schliesslich im norddeutschen Bremen. Dort war er bei Verwandten seiner leiblichen Mutter untergekommen.

Vom Maurer zum SLB-Präsidenten

Seit neun Jahren lebt der geschiedene und alleinerziehende Vater zusammen mit seinem 16-jährigen Sohn in Ehrendingen. Das alles erzählt Rölli frei heraus. «Die Bevölkerung soll wissen, mit wem sie es zu tun hat. Da gibt es nichts zu verbergen», erklärt er. Dank Weiterbildungen hat sich der gelernte Maurer bis hin zum Bauführer gemausert und war in dieser Funktion am Bau der 25 ersten Schweizer Häuser im Minergie-Standard beteiligt. Heute ist er als Chauffeur tätig und liefert mit dem Kleintransporter Medikamente aus.

Andreas Rölli interessierte sich bereits seit langer Zeit dafür, was in der Welt geschieht. Aber erst mit den zahlreichen weltweiten Krisen der letzten Jahre habe er eine regelrechte Faszination dafür entwickelt. «Die Probleme sind entstanden, weil die Politiker am Volk vorbeipolitisieren.» Deshalb habe er im Internet – «so wie man das ja heutzutage macht» – nach einem Weg gesucht, selber aktiv zu werden und einen eigenen Beitrag an die Zukunft der Schweizer Politik zu leisten. Mit dem Engagement bei der Sozial-Liberalen Bewegung habe er diesen gefunden.

Familien- und Finanzpolitik

Als Präsident hat sich Rölli zwei Hauptthemen auf die eigene Flagge geschrieben: Familien- und Finanzpolitik. «Als alleinerziehender Vater sind mir Themen rund um Familie, Jugend und Bildung wichtig. Die Jungen sollen gute Aussichten haben», begründet er seine Interessen. In Sachen Finanzpolitik macht sich der 47-Jährige vor allem Gedanken um die Zinssysteme. «Eigene Recherchen haben mir gezeigt, dass diese nicht sauber sind.»

SLB hofft auf weiteren Zulauf

Rölli hofft, dass nun möglichst viele Personen der SLB beitreten. «Sie sollen ihre Meinung kundtun können und mithelfen, die Schweizer Politik zu verändern.» Aufgrund der Entwicklungen mit vielen neu gegründeten Bezirkssektionen sei schliesslich ersichtlich, dass die SLB ein politisches Bedürfnis befriedige, das bisher von niemandem sonst abgedeckt werde.

Und obwohl Rölli als Neuling im Polit-Geschäft nicht wie ein Politiker wirken mag – er ist eben doch einer. Zum Abschluss des persönlichen Gesprächs drückt er seinem Zuhörer zwei Flyer der SLB in die Hand – einen für die Redaktion und eine fürs Private.