Baden
Ansichten der Stadtammann-Kandidaten haben sich in nur vier Jahren teils stark verändert

Das politische Profil der Badener Stadtammannkandidaten hat sich seit 2013 zum Teil stark verändert.

Pirmin Kramer
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Spider-Vergleich der Badener Stadtammann-Kandidaten
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Erich Obrist
Erich Obrist 2013
Erich Obrist 2017
Geri Müller
Geri Müller 2013
Geri Müller 2017
Markus Schneider
Markus Schneider 2013
Markus Schneider 2017

Spider-Vergleich der Badener Stadtammann-Kandidaten

az

Tempora mutantur, nos et mutamur in illis – die Zeiten ändern sich, und wir uns mit ihnen: Der Vers, der auf den römischen Dichter Ovid zurückgeht, hat noch heute seine Gültigkeit, wie der Blick auf die politischen Spider-Profile der Badener Stadtammannkandidaten beweist. In der turbulenten Legislatur haben sich ihre Ansichten zum Teil deutlich gewandelt. Am augenfälligsten bei Erich Obrist, der 2013 noch für die SP im Einwohnerrat sass, zwei Jahre später aus der Partei austrat und als Parteiloser den Sprung in die Regierung schaffte. Sein neues Smartvote-Spiderprofil zeigt: Er hat einen liberalen Wandel vollzogen.

az / Smartvote

Einen ausgebauten Sozialstaat befürwortet er deutlich weniger als noch vor vier Jahren, ebenso hat seine Zustimmung auf der gesellschaftsliberalen Achse abgenommen. In wirtschaftspolitischen Fragen hingegen hat er sogar Markus Schneider (CVP) rechts überholt.

Die neue Grafik basiert auf Fragen, die zum Teil dieselben sind wie vor vier Jahren: 2013 befürwortete Obrist die Liberalisierung von weichen Drogen, inzwischen ist er «eher dagegen». Einst sprach er sich für einen Mindestlohn aus, neu lehnt er einen solchen eher ab; und die Frage, ob es in Baden eine Schuldenbremse braucht, beantwortet er neu mit Ja.

«Für mich hat sich durch den Wechsel von der Legislative in die Exekutive ein Perspektivenwechsel ergeben», sagt Obrist. «Durch Gespräche mit Unternehmern wurde mir bewusst, dass es zu viele regulatorische Hürden gibt.» Hinzu komme, dass er sich schon immer als Sozialdemokrat mit Hang zur Mitte eingeschätzt habe. Bei der Frage zum Mindestlohn beispielsweise habe er schon 2013 gezögert, sich dann aber für die Parteimeinung entschieden. «Jetzt bin ich frei und kann eine unabhängige Meinung vertreten», sagt Erich Obrist.

az / Smartvote

Geri Müller (Team) steht für eine offenere Aussenpolitik und eine liberalere Wirtschaftspolitik ein als vor vier Jahren. «Vier Jahre als Stadtammann haben meinen Blickwinkel sicher ein wenig verändert.

In Baden herrscht bei den grossen Firmen ein Fachkräftemangel. Um diesen zu beheben, wäre eine offene Aussenpolitik ohne Kontingente für Baden begrüssenswert», sagt Müller.

az / Smartvote

Bei Markus Schneider (CVP) hat sich die Haltung bei der Achse «Law&Order» verändert. Sicherheit im öffentlichen Raum habe für ihn an Bedeutung gewonnen, auch wegen der Entwicklung des Weltgeschehens. «Es ist wichtig, dass die Polizei Präsenz markiert.»

Bei Migrationsfragen sei er leicht offener geworden, das habe mit der zunehmenden Zahl von Asylgesuchen zu tun, wovor man die Augen nicht verschliessen dürfe.» Seine Konstanz bei politischen Fragen erachte er als Stärke.

Kein Vergleich ist bei Stadtammannkandidatin Sandra Kohler (parteilos) möglich, die erstmals ein politisches Amt anstrebt.

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