Baden

Appell an den Heimatschutz soll Bahnhof vor Eingriff retten

Bahnhof Baden: Jetzt soll es der Heimatschutz richten.  alex Spichale

Bahnhof Baden: Jetzt soll es der Heimatschutz richten. alex Spichale

So hat man den unbequemen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gegen die Baubewilligung für die Eingriffe am Bahnhof Baden ausgeschaltet.

Die Beschwerde gegen die Baubewilligung für Eingriffe am Bahnhof Baden wurde vom Regierungsrat kurz vor Weihnachten infolge Todesfall des Beschwerdeführers als erledigt abgeschrieben. Inzwischen ist die Baubewilligung rechtskräftig. Doch die SBB als Bauherrschaft will noch einmal über die Bücher gehen.

Jürg Raidt, vormals Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, hat das Handtuch aber noch nicht geworfen: Er ist mit einem Schreiben an den Heimatschutz gelangt – mit Kopie an Bundesrat Didier Burkhalter.

Im Verfahren laufend umgangen

Raidt geht mit den behördlichen Instanzen hart ins Gericht. Er stellt klar, wie seine Partei im Kampf um den Schutz des denkmalgeschützten historischen Bahnhofgebäudes vor baulichen Eingriffen wiederholt umgangen worden sei.

Das habe bei der fehlenden Profilierung des Bauvorhabens begonnen, das die Stadt nicht nachprofilieren liess. In der ersten Stellungnahme im Einspracheverfahren lehnte der Denkmalpfleger des Kantons die seitlichen Türausbrüche sowie den Container auf Perron 1 ab.

Das Baugesuch wurde aber nicht abgewiesen, sondern nachgebessert. Hierfür haben sich SBB, Denkmalpfleger und Vertreter der Stadt Baden mehrmals getroffen, die Einsprecher seien jedoch weder eingeladen noch über das Resultat der Besprechungen orientiert worden, sagt Raidt.

Angesichts abgeschlossener Mietverträge der SBB krebste dann der Denkmalpfleger zurück und gewährte – wenn auch nach eigenen Angaben widerstrebend – das Vorhaben. Der Denkmalpfleger erwog den Beizug der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD). Ein Gutachten wurde aber nicht veranlasst. Erst auf Druck der Beschwerdepartei entschied man, bei der EKD eine Stellungnahme einzuholen. Der Auftrag erfolgte allerdings erst mit viel Verspätung. Bevor die Antwort aus Bern vorlag, verstarb der Beschwerdeführer unverhofft.

Erben wussten nichts vom Inhalt

Um für die Erben das Risiko des Verfahrens zu klären, wollte Raidt Einsicht in die EKD-Stellungnahme. «Man stellte sie mir in Aussicht.» Die Erben werden aber vom Kanton direkt angefragt, ob sie am Verfahren festhalten wollen; vom Inhalt des EKD-Schreibens, das die Beschwerde stützt, erfahren sie nichts.

Als Rechtsvertreter habe man ihn wiederholt umgangen, so Raidt. Und die Einsichtnahme ins EKD-Dokument hat man ihm dann verweigert.

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