Baden
Neue Funde zum Verenabad ‒ doch schon bald verschwinden sie wieder unter dem Erdboden

Die Ausgrabungen in der Bäderstadt sind seit vergangenem Jahr ein heisses Thema. Jetzt liegen die Westwand und die Treppe zum Verenabad frei ‒ aber nur für kurze Zeit.

Sharleen Wüest
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Das neu entdeckte Verenabad war im Mai 2020 in aller Munde. Ein Sensationsfund, der ein wichtiges Stück Badener Stadtgeschichte erklärt. Doch auf die Entdeckung folgten Diskussionen. Die Funde sollten für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden, forderten unterschiedliche Gruppierungen. Eine Idee, die schnell verworfen wurde, denn so sei die Zerstörung der archäologischen Hinterlassenschaft vorprogrammiert. Die Becken sind wieder unter dem Erdboden verschwunden.

Um den Sensationsfund nach dem Verschwinden nicht zu vergessen, haben die Stadt Baden und die Kantonsarchäologie einen Plan B entworfen: Auf dem Kurplatz werden auffällige Steine verlegt, welche die Form der darunter liegenden Bäder markieren. Um die neue Pflästerung mit der Markierung des Grundrisses des Verenabades machen zu können, wird ein Unterbau gemacht, sagt Matthias Flück, stellvertretender Kantonsarchäologe. Dies wurde auch schon für das am östlichen Ende des Kurplatzes liegende Freibad gemacht.

Fundamentreste eines kleinen Quellenhauses gefunden

Beim Pflastern des Platzes Ende Mai sind Teile des Bades wieder zum Vorschein gekommen. Dazu gehören die Mauern der westlichen Beckenwand sowie die westliche Einstiegstreppe, welche im Beton eingearbeitet ist. Gefunden wurden zudem Fundamentreste eines kleinen Quellenhauses («Quellentempelchen») aus dem mittleren 19. Jahrhundert. Das durch den Architekten C.J. Jeuch (1811-1895) erbaute Gebäude stand nach dem Abbruch des Verenabades um 1840 bis 1863 über der St.Verenaquelle. Diese befindet sich am südlichen Ende des ehemaligen Verenabades.

Beim Fund handelt es sich nicht wie im vergangenen Jahr um pure Überraschung – er war zu erwarten. Dennoch ist er imposant, denn die Mauern beinhalten die Geschichte der Bäderstadt.

Was mit den Funden geschehen wird, ist klar: Sie verschwinden wieder unter dem Erdboden. «So sind sie geschützt und bleiben erhalten», sagt Flück. Die Kantonsarchäologie dokumentiert die Funde. Danach wird es lediglich ein paar Tage dauern, bis sie wieder verschwinden.

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